Lohnt sich das Rijksmuseum?
Kurze Antwort: Ja, das Rijksmuseum lohnt sich – solange du nicht versuchst, alles zu sehen. Allein die Ehrengalerie mit Rembrandts Nachtwache, Vermeers Milchmagd und einem ganzen Gang voller Meisterwerke des Goldenen Zeitalters ist den Eintritt wert. Schief geht ein Besuch meist wegen zu viel Ehrgeiz: Das hier ist ein riesiges Nationalmuseum, und wer jede Etage abklappern will, geht in der Regel müde und etwas enttäuscht nach Hause.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel enthält Links zu GetYourGuide. Wenn du darüber buchst, erhält People & Media eventuell eine kleine Provision – für dich entstehen keine Mehrkosten.
Das Wichtigste in Kürze
- Lohnt sich für fast alle, die sich auch nur ein wenig für Kunst oder niederländische Geschichte interessieren. Selbst erklärte Museumsmuffel haben in der Ehrengalerie meist ihren Spaß.
- Erwachsene zahlen 25 €, alle bis einschließlich 18 Jahre kommen kostenlos hinein – brauchen aber trotzdem ein Ticket mit Zeitfenster.
- Jeder Besucher muss eine Startzeit buchen, auch mit Museumkaart. Bist du einmal drin, kannst du bis zur Schließung bleiben.
- Die Nachtwache wird in einer Glaskammer restauriert. Du kannst sie trotzdem sehen, und den Restauratoren bei der Arbeit zuzuschauen, gehört zum Reiz.
- Geh vor 11 Uhr oder nach 15:30 Uhr, am besten dienstags oder mittwochs – das sind laut Museum selbst die ruhigeren Zeiten.
Lohnt sich das Rijksmuseum? Wer es lieben wird und wer nicht
Das Rijksmuseum ist das Nationalmuseum der Niederlande und erzählt 800 Jahre niederländische Kunst und Geschichte anhand von mehr als 8.000 Objekten – in einem spektakulären Gebäude aus dem 19. Jahrhundert. Diese Breite ist seine Stärke und zugleich seine Falle.
- Du wirst es lieben, wenn du Rembrandt und Vermeer in einer Galerie sehen willst, die rund um ihre Werke gestaltet wurde, du prächtige Architektur magst oder Geschichte gern auch über Objekte statt nur über Gemälde erzählt bekommst.
- Es wird dir gefallen, wenn du mit Kunst nicht viel am Hut hast, dir aber eine Route zurechtlegst. Eine Stunde bis 90 Minuten im zweiten Obergeschoss reichen, um zu verstehen, was der ganze Rummel soll.
- Es könnte dich enttäuschen, wenn dich nur Van Gogh interessiert (das Rijksmuseum hat eine Handvoll seiner Werke, die Sammlung hängt im Van-Gogh-Museum nebenan) oder wenn du alles auf einmal sehen willst.
Die Ehrengalerie und die Nachtwache

Fast alle Erstbesucher steuern direkt die Ehrengalerie im zweiten Obergeschoss an, und das zu Recht. Sie ist ein langer, kirchenähnlicher Gang mit Nischen auf beiden Seiten, in denen das Beste des 17. Jahrhunderts hängt: Frans Hals, Jan Steen, Vermeer und Rembrandt. Die Namen der großen Maler jener Zeit sind in die Eisenträger gegossen, die die Nischen einrahmen. Am Ende öffnet sich der Gang zum Saal der Nachtwache.
Was dich bei der Nachtwache gerade erwartet
Seit 2019 läuft rund um Rembrandts berühmtestes Gemälde die „Operation Nachtwache“, das größte Forschungs- und Restaurierungsprojekt in der Geschichte des Bildes. Die Arbeiten finden vor den Augen des Publikums statt, in einer hochtransparenten Glaskammer. Laut Museum haben die Restauratoren Ende 2024 damit begonnen, alten Firnis abzunehmen. Größere Bereiche des Gemäldes wirken deshalb vorübergehend matt und stumpf.
Ist das ein Grund, darauf zu verzichten? Nein. Du siehst trotzdem die gesamte Leinwand in voller Größe, und einem Team zuzuschauen, das mit Mikroskopen daran arbeitet, ist etwas, das künftige Besucher nicht mehr erleben werden. Erwarte nur nicht die glänzende, perfekt ausgeleuchtete Version von den Postkarten. Schau vor deinem Besuch auf der Seite des Museums zur Operation Nachtwache nach, in welcher Phase das Projekt gerade ist.
Die Milchmagd und weitere Must-sees
Vermeers Milchmagd ist viel kleiner, als die meisten erwarten, und oft drängt sich davor ein Pulk aus Handys. Warte eine Minute auf eine Lücke – aus der Nähe lohnt sich der Blick. Halte außerdem Ausschau nach Rembrandts Judenbraut und Jan Asselijns Der bedrohte Schwan, die das Museum beide zu seinen Highlights zählt.
Jenseits des Goldenen Zeitalters: was die meisten verpassen

Genau hier hängt das Rijksmuseum ein typisches „Berühmtes-Gemälde-Museum“ ab. Wenn du nach der Ehrengalerie noch Energie hast, such dir ein oder zwei dieser Bereiche aus:
- Die Cuypers-Bibliothek. Ein mehrstöckiger Lesesaal aus Gusseisen, gesäumt von Büchern. Die meisten Besucher schauen von oben hinein, und er gehört zu den meistfotografierten Innenräumen Amsterdams.
- Die Große Halle. Die bemalte Eingangshalle mit Buntglasfenstern vor der Ehrengalerie ist eine Sehenswürdigkeit für sich – eil also nicht einfach hindurch.
- Die Puppenhäuser aus dem 17. Jahrhundert. Verblüffend detailreiche Grachtenhäuser im Miniaturformat, gebaut als Prunkstücke für wohlhabende Besitzer, nicht als Spielzeug.
- Das 19. und 20. Jahrhundert. Halte Ausschau nach Van Goghs Selbstporträt und George Hendrik Breitners Mädchen im weißen Kimono.
- Asiatische Kunst. Im Asiatischen Pavillon ist es meist viel ruhiger als im zweiten Obergeschoss. Die Tempelwächter sind ein Highlight.
Rijksmuseum Tickets: Was kostet der Eintritt?
Preise laut der offiziellen Website (rijksmuseum.nl) zum Zeitpunkt des Schreibens:
| Besucher | Preis |
|---|---|
| Erwachsene | 25 € |
| Bis einschließlich 18 Jahre | Kostenlos (Zeitfenster erforderlich) |
| Museumkaart, I amsterdam City Card, ICOM | Kostenlos (mit Museumkaart musst du trotzdem eine Startzeit buchen) |
| Inhaber der Jugendkarten CJP und EYCA | Halber Preis |
| Offizielle einstündige Führung „Best of the Rijksmuseum“ (auf Englisch, ab 16 Jahren) | 7,50 € zusätzlich zum Eintrittsticket |
Kostenpflichtige Tickets werden nicht erstattet. Wenn du dich vorher meldest und noch Platz ist, versucht das Museum aber, deine Buchung auf ein anderes Datum zu verschieben. Das Museum ist komplett bargeldlos, auch im Café und im Shop. Die Preise ändern sich, prüf also vor der Buchung die offizielle Website.
Sind 25 € ihr Geld wert? Es ist eines der teureren Museumstickets in Amsterdam, aber du kannst so lange bleiben, wie du willst, und die Sammlung ist Weltklasse. Für Familien ist es ein Schnäppchen, weil Kinder und Jugendliche nichts zahlen. Schlecht investiert ist das Geld nur, wenn du das Museum in 45 Minuten vor dem nächsten Termin quetschst.
Führung oder auf eigene Faust?
Das Rijksmuseum lässt sich leichter allein erkunden als viele andere große Museen. Die kostenlose Rijksmuseum-App bietet Hunderte Audio-Geschichten, und die Beschilderung bei den wichtigsten Werken ist gut. Trotzdem ist das Gebäude groß, und ein Guide macht einen echten Unterschied dabei, wie viel du aus der Ehrengalerie mitnimmst.
Geh allein, wenn du dich schon etwas eingelesen hast, in der Cuypers-Bibliothek oder im Asiatischen Pavillon verweilen möchtest oder mit Kindern unterwegs bist, die ihr eigenes Tempo vorgeben.
Buch eine Führung, wenn du nur einen Versuch hast und dir das Wesentliche erklärt werden soll: warum die Nachtwache für Aufsehen sorgte, was Vermeer mit Licht macht, was diese Puppenhäuser über den Reichtum im 17. Jahrhundert verraten. Die museumseigene Führung ist kurz und preiswert. GetYourGuide (ein offizieller Vertriebspartner des Rijksmuseums) bietet längere Formate und Touren in kleinen Gruppen inklusive Ticket an:
- Führung durch das Rijksmuseum inklusive Eintrittsticket: die unkomplizierte Variante, wenn du Ticket und Guide in einer Buchung willst.
- Meisterwerke des Rijksmuseums in kleiner Gruppe: eine kleinere Gruppe, was vor gut besuchten Werken wie der Milchmagd hilft.
- Eintrittsticket für das Rijksmuseum: ein Ticket mit Zeitfenster, wenn du lieber allein losziehst.
Wie lange braucht man für das Rijksmuseum?
- 1 bis 1,5 Stunden: Große Halle, Ehrengalerie, Nachtwache und ein Blick in die Cuypers-Bibliothek. Das reicht den meisten Besuchern.
- 2,5 bis 3 Stunden: zusätzlich in Ruhe die Puppenhäuser, die Säle zum 19. Jahrhundert und der Asiatische Pavillon, mit Kaffeepause.
- Ein halber Tag oder mehr: nur, wenn du auch eine Sonderausstellung im Philips-Flügel sehen willst oder dich wirklich für Kunst und Geschichte begeisterst.
Beachte, dass du mit demselben Ticket nicht hinausgehen und wieder hineinkommen kannst – plan deine Kaffeepause also im Museum ein.
Tipps für einen besseren Besuch
- Buch das erste Zeitfenster des Tages. Das Museum öffnet täglich um 9 Uhr und ist laut eigener Aussage vor 11 Uhr und nach 15:30 Uhr meist ruhiger.
- Fang oben an. Geh direkt in die Ehrengalerie im zweiten Obergeschoss, solange du noch frisch bist, und arbeite dich dann nach unten.
- Lade die kostenlose App schon zu Hause herunter. Die Audio-Geschichten sind gratis, aber in der Eingangshalle willst du nicht auf einen Download warten.
- Lass die große Tasche im Hotel. Mitnehmen darfst du nur Taschen bis A4-Format. Die kostenlose Garderobe nimmt Tagesrucksäcke und Regenschirme, aber keine Koffer oder großes Gepäck; dafür gibt es Schließfächer am Museumplein.
- Nimm die Metro. Mit der Linie 52 bis Vijzelgracht bist du in weniger als 10 Minuten zu Fuß am Museum, und mehrere Straßenbahnen halten ganz in der Nähe.
- Fotos sind erlaubt, Blitz nicht. Vor den beliebtesten Gemälden solltest du dich aber kurz fassen.
- Geh durch die Passage. Die öffentliche Durchfahrt unter dem Gebäude, durch die Radfahrer rollen, ist eine klassische Amsterdamer Szene und kostenlos. Das gilt auch für die Museumsgärten, die saisonal geöffnet sind.
Wann sich das Rijksmuseum nicht lohnt
- Du hast nur einen Tag in Amsterdam und kein echtes Interesse an Kunst. Ein Spaziergang an den Grachten und durch die Gegend rund um das Anne-Frank-Haus passt dann vielleicht besser zu dir.
- Du bist eigentlich wegen Van Gogh hier. Nimm dann lieber das Van-Gogh-Museum – die Handvoll Werke im Rijksmuseum wird dir nicht reichen.
- Du kommst an einem Sommerwochenende mittags ohne Startzeit. Tickets vor Ort sind begrenzt, und eine überfüllte Ehrengalerie ist nicht das Erlebnis, für das du zahlst.
- Du willst unbedingt eine glänzende Nachtwache sehen. Während der Firnisabnahme bekommst du die nicht zu sehen.
Lohnt sich das Rijksmuseum? Unser Fazit
Ja, das Rijksmuseum lohnt sich. Es ist das eine Museum in Amsterdam, das wir fast allen empfehlen würden – vorausgesetzt, du gehst mit Plan hin: Buch eine frühe Startzeit, geh direkt in die Ehrengalerie und such dir ein oder zwei Extras aus, statt das ganze Gebäude abzulaufen. Wenn du die Geschichten hinter den Meisterwerken erfahren willst, ohne sie dir selbst zusammenzusuchen, vergleich vor deinem Besuch Führungen durch das Rijksmuseum.
📍 Mehr Tipps für deine Städtereise: Amsterdam Sehenswürdigkeiten
Mehr ehrliche „Lohnt sich das?“-Guides
Häufig gestellte Fragen
Muss man Tickets für das Rijksmuseum vorher buchen?
Jeder Besucher braucht eine Startzeit, auch Kinder und Inhaber der Museumkaart. Am Eingang wird ein begrenztes Kontingent an Tickets verkauft, solange der Vorrat reicht, aber nur mit einer Online-Buchung ist dir deine Wunschzeit sicher.
Kann man die Nachtwache im Moment sehen?
Ja. Sie hängt im Saal der Nachtwache in einer Glaskammer, in der das Gemälde öffentlich restauriert wird. Während der alte Firnis abgenommen wird, können manche Bereiche matt aussehen.
Rijksmuseum oder Van-Gogh-Museum – welches ist besser?
Für Kunst des niederländischen Goldenen Zeitalters, Geschichte und Architektur nimm das Rijksmuseum. Ist Van Gogh der Hauptgrund für deine Amsterdam-Reise, nimm das Van-Gogh-Museum. Beide liegen direkt nebeneinander am Museumplein, aber beide am selben Tag zu besuchen, ist anstrengend.
Wie viel Zeit sollte man für das Rijksmuseum einplanen?
Plane 1 bis 1,5 Stunden für die Highlights und 2,5 bis 3 Stunden für einen ausführlicheren Besuch ein. Bist du einmal drin, kannst du so lange bleiben, wie du möchtest.
Ist das Rijksmuseum für Kinder kostenlos?
Ja. Der Eintritt ist für alle bis einschließlich 18 Jahre frei, sie brauchen aber trotzdem ein Ticket mit Startzeit.
Darf man im Rijksmuseum fotografieren?
Ja, Fotografieren ohne Blitz ist erlaubt. Das Museum bittet darum, Rücksicht auf andere zu nehmen – das zählt vor allem vor der Nachtwache und der Milchmagd.
Titelbild: Foto: C messier, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Responses