Lohnt sich ein Besuch im Anne-Frank-Haus?

Grachtenhäuser des Anne-Frank-Hauses an der Prinsengracht in Amsterdam

Kurze Antwort: Ja, ein Besuch im Anne-Frank-Haus lohnt sich, vorausgesetzt, du bekommst ein Ticket. In den Räumen zu stehen, in denen sich acht Menschen mehr als zwei Jahre lang versteckt hielten, ist eine stille, bedrückende Erfahrung, die kein Buch und kein Film ganz ersetzen kann. Die eigentliche Hürde ist praktischer Natur: Tickets gibt es nur auf der Website des Museums, sie werden wochenweise freigeschaltet und sind regelmäßig ausverkauft. Wer rechtzeitig plant, verbringt hier eine der eindrücklichsten Stunden, die Amsterdam zu bieten hat.

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Transparenzhinweis: Dieser Artikel enthält Links zu GetYourGuide. Wenn du darüber buchst, erhält People & Media eventuell eine kleine Provision – für dich entstehen keine Mehrkosten.

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Vorab ein Hinweis: Wenn wir in diesem Artikel fragen, ob es sich „lohnt“, geht es ausschließlich um die praktische Seite deines Besuchs, also um Tickets, Timing, den Ablauf vor Ort und die Frage, für wen der Besuch geeignet ist. Die Geschichte selbst braucht kein Urteil.

Das Wichtigste in Kürze

  • Buche nur über annefrank.org. Das Museum verkauft keinen Eintritt über Reiseveranstalter oder Wiederverkäufer und warnt ausdrücklich vor gefälschten Websites mit ähnlichen Adressen.
  • Tickets gehen jeden Dienstag um 10:00 Uhr (Amsterdamer Zeit) in den Verkauf, und zwar für Besuche sechs Wochen später. Beliebte Zeitfenster sind schnell weg.
  • Plane im Museum etwa eine Stunde ein. Festgelegt ist nur deine Einlasszeit, danach kannst du dir so viel Zeit lassen, wie du brauchst.
  • Das Hinterhaus ist bewusst nicht möbliert, so hat es Otto Frank gewollt. Wer den Grund kennt, erlebt die leeren Räume umso intensiver.
  • Das Mindestalter liegt bei 10 Jahren, das historische Gebäude hat steile Treppen, und Fotografieren ist nicht erlaubt.

Warum sich ein Besuch im Anne-Frank-Haus lohnt

Das Museum befindet sich in der Prinsengracht 263, dem Grachtenhaus, in dem Otto Frank seine Firma führte. Am 6. Juli 1942 tauchte die Familie Frank im hinteren Teil des Gebäudes unter, später kamen die Familie van Pels und Fritz Pfeffer hinzu. 761 Tage lebten sie dort, bevor sie entdeckt und deportiert wurden. Von den acht Untergetauchten überlebte nur Otto Frank.

Was den Besuch vom Lesen des Tagebuchs unterscheidet, sind die Dimensionen. Die Zimmer sind klein, die Fenster waren verhängt, und du gehst fast schweigend mit anderen Besucherinnen und Besuchern durch dieselben engen Räume. Die meisten gehen danach mit einer sehr viel konkreteren Vorstellung davon hinaus, was das Leben im Versteck bedeutete: tagsüber während der Arbeitszeit leise sein, keinerlei Privatsphäre, die völlige Abhängigkeit von den Helferinnen und Helfern im Vorderhaus.

Eine „Sehenswürdigkeit“ im üblichen Sinn ist das Anne-Frank-Haus nicht. Im Versteck gibt es keine dramatischen Inszenierungen, und genau diese Zurückhaltung macht die Wirkung aus.

Was du im Museum siehst

Das Vorderhaus und das Lager

Der Rundgang beginnt im Geschäftsteil des Gebäudes, wo die Helferinnen und Helfer arbeiteten und Waren gelagert wurden. Zitate aus dem Tagebuch und weiteres Material ordnen die Räume ein, sodass du verstehst, wer unten arbeitete, während sich die Familien oben versteckten.

Das drehbare Bücherregal

Das Bücherregal, das den Zugang zum Hinterhaus verbarg, ist noch da. Du gehst durch die Öffnung dahinter, und für viele ist das der Moment, in dem die Geschichte aufhört, abstrakt zu sein.

Das Hinterhaus

Als Otto Frank nach dem Krieg zurückkehrte, fand er das Hinterhaus leer vor. Bei der Eröffnung des Museums 1960 entschied er, es so zu belassen, deshalb stehen in den Räumen keine Möbel. Einige Spuren sind an den Wänden erhalten: die Postkarten und Fotos von Filmstars, die Anne in das Zimmer klebte, das sie mit Fritz Pfeffer teilte, die Bleistiftstriche, mit denen festgehalten wurde, wie Anne und Margot wuchsen, und die Landkarte, auf der Otto den Vormarsch der Alliierten verfolgte. Modelle, die auf Otto Franks Wunsch angefertigt wurden, zeigen, wie die Räume in der Zeit des Untertauchens aussahen.

Das Tagebuch

Annes originales rot-kariertes Tagebuch, das sie am 12. Juni 1942 zu ihrem 13. Geburtstag bekam, ist ausgestellt. Daneben siehst du weitere Texte, die sie im Versteck schrieb, darunter lose Blätter der Fassung, die sie 1944 im Hinblick auf eine Veröffentlichung zu überarbeiten begann.

Die Ausstellung am Ende

Der letzte Teil des Museums im modernen Nachbargebäude erzählt, was nach der Verhaftung geschah und wie das Tagebuch veröffentlicht wurde. Nimm dir hier ein paar Minuten Zeit. Viele gehen zu schnell hindurch und verpassen dabei einige der nachdenklichsten Inhalte.

Was kostet der Eintritt ins Anne-Frank-Haus?

Die folgenden Preise stammen von der offiziellen Ticketseite auf annefrank.org zum Zeitpunkt der Recherche. Jeder Preis enthält eine Buchungsgebühr von 1 €. Die Audiotour (in neun Sprachen, mit einer eigenen Version für jüngere Besucher) ist inklusive.

Ticket Preis
Erwachsene (ab 18) 16,50 €
Jugendliche von 10 bis 17 Jahren 7,00 €
Kinder von 0 bis 9 Jahren 1,00 €
Inhaber einer Museumkaart oder ICOM-Karte 1,00 €
Optionales 30-minütiges Einführungsprogramm (auf Englisch) 7,00 € zusätzlich

Tickets können nicht umgetauscht, erstattet oder übertragen werden und gelten nur für das gewählte Datum und die gewählte Uhrzeit. Prüfe vor der Buchung die offizielle Website, denn Preise und Bedingungen können sich ändern.

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Ist der Preis angemessen? Für ungefähr so viel, wie du in der Amsterdamer Innenstadt für zwei Kaffee und ein Sandwich zahlst, bekommst du eine Stunde an einem der wichtigsten historischen Orte Europas, Audiotour inklusive. Rein preislich gehört das Anne-Frank-Haus zu den günstigeren Museen der Stadt. Der eigentliche Aufwand ist die Planung.

Lohnt sich das Einführungsprogramm?

Wenn du oder deine mitreisenden Teenager die Geschichte nur ungefähr kennen: ja. Die 30-minütige Einführung erklärt Anne Franks Leben im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und der Verfolgung der Juden in den Niederlanden, sodass du beim Rundgang verstehst, was du siehst. Beachte, dass sie auf Englisch stattfindet. Hast du das Tagebuch erst kürzlich gelesen, kannst du darauf verzichten.

Anne-Frank-Haus Tickets: So kommst du dran (und was tun, wenn alles ausverkauft ist)

  1. Trag dir die Freischaltung in den Kalender ein. Jeden Dienstag um 10:00 Uhr Amsterdamer Zeit werden Tickets für die Termine in sechs Wochen freigegeben. Reist du im Sommer oder über ein Feiertagswochenende, solltest du genau dann online sein.
  2. Nutze ausschließlich die offizielle Website. Laut Museum werden Tickets nur auf annefrank.org verkauft, und es warnt vor betrügerischen Seiten mit ähnlichen Adressen. Wird dir anderswo ein Eintritt „ohne Anstehen“ angeboten, solltest du misstrauisch werden.
  3. Sei bei der Uhrzeit flexibel. An regulären Tagen ist das Museum täglich von 9:00 bis 22:00 Uhr geöffnet. Sind die Zeitfenster tagsüber vergeben, lohnt sich ein Blick auf die Abendtermine.
  4. Sind deine Wunschtermine ausverkauft, verlass dich nicht auf eine Kasse vor Ort. Die FAQ des Museums sind da eindeutig: Gibt es online keine Tickets mehr für deinen Tag, ist das Museum ausverkauft.

Mit Führung oder auf eigene Faust?

Hier unterscheidet sich das Anne-Frank-Haus von den meisten großen Sehenswürdigkeiten. Keine kommerzielle Tour kann dich ins Museum bringen, deine Möglichkeiten sind also:

  • Auf eigene Faust mit der inklusiven Audiotour. Für die meisten ist das die richtige Wahl: Das Gebäude ist klein, die Audiotour ist gut, und die Stille gehört zum Erlebnis dazu.
  • Zusätzlich ein Stadtrundgang durch die Umgebung, vor oder nach deinem Zeitfenster. Geführte Spaziergänge erzählen von Annes Leben in Amsterdam, vom Jüdischen Viertel und von der Geschichte der Besatzungszeit. Sie sind besonders sinnvoll, wenn du keine Museumstickets bekommen hast, denn sie vermitteln den Hintergrund und führen dich am Haus vorbei.

Angebote auf GetYourGuide (lies die Beschreibung genau: Diese Touren beinhalten keinen Eintritt ins Museum):

Wie viel Zeit solltest du einplanen?

Prinsengracht mit dem Turm der Westerkerk in der Nähe des Anne-Frank-Hauses
Die Prinsengracht und die Westerkerk, nur wenige Schritte vom Museum entfernt (Foto: Gerd Eichmann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)
  • Etwa 1 Stunde für das Museum selbst, das ist der Durchschnittswert, den das Museum angibt.
  • 1,5 Stunden mit dem Einführungsprogramm.
  • Einen halben Tag, wenn du einen Stadtrundgang dazunimmst oder danach in Ruhe an der Prinsengracht und an der benachbarten Westerkerk entlanggehst.

Plane danach etwas Luft ein. Vielen ist nach dem Besuch nicht danach, gleich zur nächsten Sehenswürdigkeit zu hetzen.

Praktische Tipps für deinen Besuch

Luftaufnahme des Museumseingangs des Anne-Frank-Hauses am Westermarkt neben der Prinsengracht
Der Museumseingang am Westermarkt, vom Turm der Westerkerk aus gesehen (Foto: © 1971markus, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)
  1. Der Eingang liegt am Westermarkt 20, um die Ecke von der Grachtenfassade. Von Amsterdam Centraal sind es zu Fuß etwa 20 Minuten.
  2. Verlass dich nicht auf die Straßenbahnhaltestelle Westermarkt. Laut Museum fährt wegen Bauarbeiten von Februar 2025 bis Februar 2028 keine Tram zum Westermarkt. Fahr stattdessen bis zum Dam und geh etwa 10 Minuten zu Fuß.
  3. Reise mit leichtem Gepäck. Mitnehmen darfst du nur Taschen, die kleiner als ein A4-Blatt sind. Die kostenlose Garderobe nimmt Jacken, Taschen und Buggys an, aber keine großen Rucksäcke oder Koffer.
  4. Sei etwas vor deinem Zeitfenster da, denn deine gebuchte Zeit ist deine Einlasszeit.
  5. Lass die Kamera in der Tasche. Im gesamten Museum ist Fotografieren verboten, das gilt auch für Smart Glasses.
  6. Nimm eine Karte mit. Café und Shop im Museum akzeptieren nur Kartenzahlung.
  7. Lies vorher ein paar Tagebucheinträge. Ein Zitat an der Wand wiederzuerkennen, macht viel aus.
  8. Wirf einen Blick in den Kalender. An einigen Feiertagen gelten andere Öffnungszeiten, und rund um Jom Kippur ist das Museum geschlossen.

Wann das Anne-Frank-Haus nicht das Richtige für dich ist

  • Du reist mit Kindern unter 10 Jahren. Das Museum hält an einem Mindestalter von 10 Jahren fest und beschreibt die Inhalte als belastend für kleine Kinder. Auch bei älteren Kindern bittet es die Eltern, selbst einzuschätzen, ob ihr Kind bereit dafür ist.
  • Du sitzt im Rollstuhl oder kannst keine steilen Treppen steigen. Der historische Teil einschließlich Hinterhaus ist nicht rollstuhlgerecht. Es gibt drei steile Treppen und eine 39 cm hohe Stufe. Der moderne Teil ist mit Hilfe des Personals teilweise per Aufzug erreichbar, dort stehen auch die Modelle des Hinterhauses. Außerdem bietet das Museum Online- und 3D-Touren an.
  • Du buchst in der Hauptsaison auf den letzten Drücker. Ohne Ticket ist ein Besuch schlicht nicht möglich. Ein geführter Rundgang oder die kostenlosen Online-Touren sind dann die beste Alternative.
  • Du erwartest eingerichtete historische Zimmer. Das Hinterhaus ist bewusst leer. Wer den Grund dafür kennt, empfindet das meist als eindrücklicher, nicht als enttäuschend.

Unser Fazit: Lohnt sich ein Besuch im Anne-Frank-Haus?

Ja, und für viele wird er zu dem Teil ihrer Amsterdam-Reise, an den sie sich am deutlichsten erinnern. Der Eintritt ist moderat, die Ausstellung ist gut aufbereitet und mit großer Sorgfalt gestaltet. Das einzige echte Hindernis ist das Ticket: Stell dir also sechs Wochen vor deiner Reise eine Erinnerung für die Freischaltung am Dienstag und buche auf annefrank.org. Sind deine Termine ausverkauft oder möchtest du mehr Hintergrund rund um den Besuch, ist ein geführter Anne-Frank-Rundgang eine lohnende Möglichkeit, die Geschichte in den Straßen kennenzulernen, in denen sie sich abgespielt hat.

📍 Mehr Tipps für deine Städtereise: Amsterdam Sehenswürdigkeiten

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Häufig gestellte Fragen

Kann man Tickets für das Anne-Frank-Haus vor Ort kaufen?

Nein. Tickets werden ausschließlich online auf der offiziellen Website annefrank.org verkauft, jeweils für ein bestimmtes Datum und Zeitfenster. Gibt es online keine Tickets mehr für deinen Tag, ist das Museum ausverkauft.

Wie früh muss man das Anne-Frank-Haus buchen?

Tickets werden jeden Dienstag um 10:00 Uhr Amsterdamer Zeit für Besuche sechs Wochen später freigeschaltet. Für Wochenenden, Schulferien und den Sommer solltest du buchen, sobald dein Termin verfügbar ist.

Ist bei Touren von GetYourGuide oder anderen Anbietern der Eintritt inklusive?

Nein. Das Museum verkauft Tickets nur über die eigene Website. Anne-Frank-Rundgänge erzählen die Geschichte und führen am Haus vorbei, beinhalten aber keinen Museumseintritt.

Ist das Anne-Frank-Haus für Kinder geeignet?

Das Museum hat ein Mindestalter von 10 Jahren und beschreibt die Geschichte als tiefgreifend und traurig. Für jüngere Besucher gibt es eine eigene Version der Audiotour namens „Anne’s Story“, und die Eltern werden gebeten, selbst zu entscheiden, ob ihr Kind bereit dafür ist.

Warum ist das Hinterhaus leer?

Die Möbel wurden nach der Verhaftung abtransportiert. Als das Museum 1960 eröffnete, entschied Otto Frank, das Hinterhaus unmöbliert zu lassen, als Erinnerung an die Leere, die zurückblieb. Modelle zeigen, wie es während der Zeit des Untertauchens aussah.

Ist das echte Tagebuch von Anne Frank ausgestellt?

Ja. Anne Franks originales rot-kariertes Tagebuch ist im Museum ausgestellt, zusammen mit weiteren Texten, die sie im Versteck geschrieben hat.

Titelbild: Foto: Lệ Xuân, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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