Lohnt sich der Tower of London?
Kurze Antwort: Ja, der Tower of London lohnt sich für fast alle, die zum ersten Mal in London sind – vorausgesetzt, du planst mindestens einen halben Tag ein und schaust dir die Kronjuwelen vor dem Mittag an. Er gehört zu den teureren Sehenswürdigkeiten Londons, aber im Ticket stecken eine Führung mit einem Yeoman Warder, die Kronjuwelen, der White Tower und der Rundgang über die mittelalterlichen Mauern. Damit füllst du locker drei bis vier Stunden – und der Preis pro Stunde fällt deutlich günstiger aus als bei vielen anderen Attraktionen der Stadt.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel enthält Links zu GetYourGuide. Wenn du darüber buchst, erhält People & Media eventuell eine kleine Provision – für dich entstehen keine Mehrkosten.
Das Wichtigste in Kürze
- Schon die Kronjuwelen rechtfertigen fast den Eintritt: Die Sammlung umfasst 23.578 Edelsteine, darunter den Diamanten Cullinan II in der Imperial State Crown.
- Die kostenlose Yeoman-Warder-Führung ist für viele das Highlight: Sie ist im Ticket enthalten und lässt sich nicht vorab buchen – du gehst einfach zum Treffpunkt.
- Das Timing ist hier wichtiger als anderswo: Die Schlange vor dem Jewel House ist zwischen etwa 12 und 15 Uhr am längsten.
- Plane drei bis vier Stunden ein. Offiziell werden mindestens zwei empfohlen, aber das wird knapp, wenn du auch den White Tower und die Mauern sehen willst.
- Es ist kein Palast. Dich erwarten eine Festung, ein Gefängnis und ein Museum – keine prunkvoll eingerichteten Königsgemächer.
Lohnt sich der Tower of London? Unser Fazit
Der Tower of London ist eine 900 Jahre alte Festung am Nordufer der Themse. Er war königliche Residenz, Gefängnis, Waffenkammer, Münzprägeanstalt, Zoo – und ist bis heute Aufbewahrungsort der Kronjuwelen. Und er ist immer noch ein echter, bewohnter Ort: Die Yeoman Warders („Beefeaters“) leben mit ihren Familien innerhalb der Mauern, Soldaten halten Wache vor dem Jewel House, und jeden Abend werden die Tore bei der Ceremony of the Keys verschlossen.
Genau dieses Gefühl einer lebendigen Festung macht den Besuch so besonders – aber nicht jeder wird damit glücklich:
- Ideal für Geschichtsfans, Familien mit Kindern ab etwa sieben Jahren (Hinrichtungen, Raben und Rüstungen kommen gut an) und alle, die sich in London eine „große“ Sehenswürdigkeit gönnen wollen.
- Weniger lohnend für alle, die Menschenmassen und enge Wendeltreppen nicht mögen oder die Prunkräume eines Königspalasts erwarten.
Was dich drinnen erwartet: die Highlights

Die Kronjuwelen im Jewel House
Deswegen kommen die meisten – und enttäuscht wird hier kaum jemand. Die Insignien sind im Waterloo Block ausgestellt, und an den berühmtesten Stücken wie der Imperial State Crown und dem Zepter mit Kreuz (Sovereign’s Sceptre with Cross) fährst du auf einem Laufband vorbei. Der Cullinan, der größte je gefundene Rohdiamant in Schmucksteinqualität, wurde in neun große Steine geschliffen; die beiden größten sitzen in genau diesem Zepter und in der Krone.
Einziger Wermutstropfen ist das Laufband: Bei viel Betrieb wirst du recht zügig vorbeigeschoben. Die gute Nachricht: Am Ende gibt es eine erhöhte Plattform, von der aus du dir alles in Ruhe länger ansehen kannst.
Die Führung mit einem Yeoman Warder
Jeder Yeoman Warder war früher Unteroffizier in leitender Funktion und hat mindestens 22 Jahre in den Streitkräften gedient. Sie erzählen die Geschichte des Towers mit scharfem, oft ziemlich schwarzem Humor. Die Führungen starten etwa alle 45 Minuten in der Nähe des Haupteingangs, die letzte am Nachmittag. Sie sind im Ticket enthalten und nicht vorab buchbar – schau dir also die Startzeiten bei der Ankunft an. Wenn du hier nur eine Sache machst, dann diese.
Der White Tower und die Line of Kings
Der White Tower, den Wilhelm der Eroberer in den 1070er-Jahren errichten ließ, ist das Gebäude, das die meisten vor Augen haben, wenn sie an den Tower of London denken. Drinnen zeigen die Royal Armouries ihre Sammlung, darunter die Line of Kings: königliche Rüstungen und lebensgroße Holzpferde, die schon seit über 300 Jahren Besucher anlocken. Rechne mit vielen Treppen.
Tower Green, Bloody Tower und Traitors‘ Gate
Auf dem ruhigen Rasen von Tower Green wurden zehn Menschen abseits der Öffentlichkeit enthauptet, darunter Anne Boleyn, Catherine Howard und Lady Jane Grey; ein gläsernes Denkmal markiert die Stelle des Schafotts. Gleich nebenan erzählt der Bloody Tower die Geschichte der „Prinzen im Tower“, und durch das Traitors‘ Gate, den Zugang von der Themse, wurden Gefangene per Boot hereingebracht.
Mauerrundgang, Mittelalterlicher Palast und die Raben
Den Rundgang über die Mauern lassen viele aus, wenn die Zeit knapp wird – schade eigentlich. Er führt dich durch die restaurierten Räume des Mittelalterlichen Palasts und über die Wehrgänge, mit einem der schönsten Blicke auf die Tower Bridge, den du überhaupt bekommen kannst. Unterwegs solltest du auf die Raben achten: Der Legende nach fällt das Königreich, wenn sie den Tower jemals verlassen. Um sie kümmert sich der Ravenmaster.
Was kostet ein Ticket für den Tower of London?
Laut Historic Royal Palaces (hrp.org.uk), der Stiftung, die den Tower betreibt, kosten Tickets für Erwachsene derzeit ab etwa 37 £ (ca. 43 €). Die Preise sind dynamisch: An Nebensaison-Tagen (Wochentage außerhalb der britischen Schulferien) ist es günstiger als an Spitzentagen wie Wochenenden und in den Ferien. Den genauen Preis siehst du, sobald du beim Buchen dein Datum auswählst.
| Ticketart | Was drin ist | Preis (Stand beim Verfassen) |
|---|---|---|
| Normaler Eintritt | Kronjuwelen, White Tower, Mauerrundgang, Yeoman-Warder-Führungen, alle Ausstellungen | Erwachsene ab ca. 37 £ (ca. 43 €); Kinder und Ermäßigte zahlen weniger |
| Kinder unter 5 | Wie oben | Kostenlos, kein Ticket nötig |
| Opening Ceremony Experience | Ein besonderes Erlebnis am frühen Morgen rund um die Öffnungszeremonie des Towers, plus Tagesbesuch | 62 £ (ca. 72 €) für Erwachsene, 33,50 £ (ca. 39 €) für Kinder ab 5 |
| Ceremony of the Keys | Die allabendliche Schließzeremonie (ca. 21:30–22:05 Uhr), kein Zugang tagsüber | Je nach Monat unterschiedlich; wird einen Monat im Voraus online freigeschaltet und ist schnell ausverkauft |
Tickets gibt es auch noch am selben Tag an der Kasse, Historic Royal Palaces empfiehlt zu Stoßzeiten aber, vorab online zu buchen. Menschen, die bestimmte britische Sozialleistungen beziehen, können online Tickets für 1 £ buchen. Den aktuellen Preis für dein Datum prüfst du am besten immer auf hrp.org.uk.
Ist das sein Geld wert? Für etwas über 35 £ (ca. 41 €) bekommst du die Kronjuwelen, eine Führung und genug Programm für einen ganzen Nachmittag. Zum schlechten Deal wird es erst, wenn du um 14 Uhr ankommst, dich für die Juwelen anstellst und um 16 Uhr wieder gehst.
Normales Ticket oder geführte Tour?
Hier unterscheidet sich der Tower von den meisten Sehenswürdigkeiten: Eine Führung ist schon inklusive. Eine kostenpflichtige Tour lohnt sich also nur, wenn sie etwas bietet, was das normale Ticket nicht hat: früheren Einlass, eine kleinere Gruppe oder einen Guide, der dich auch in die Gebäude begleitet (die Yeoman-Warder-Führungen finden draußen statt).
Bleib beim normalen Ticket, wenn du zur Öffnung da sein kannst, gern bei der Yeoman-Warder-Führung mitläufst und die Festung lieber in deinem eigenen Tempo erkundest.
Eine bezahlte Tour lohnt sich, wenn du nur um die Mittagszeit kannst, die Kronjuwelen vor dem Ansturm sehen willst oder dir jemand den White Tower und die Juwelen aus der Nähe erklären soll. Einige Optionen auf GetYourGuide:
- Eintrittsticket für Tower of London und Kronjuwelen: ein normales Ticket mit festem Datum – praktisch, wenn du weitere Londoner Sehenswürdigkeiten an einem Ort buchen willst.
- VIP-Öffnungszeremonie, Kronjuwelen und Themse-Bootsfahrt: früher Einlass, damit du die Juwelen vor dem Andrang siehst, mit Guide und Bootsfahrt auf der Themse.
- Kleingruppentour inklusive geführtem Besuch im White Tower: für alle, die auch in den Gebäuden einen Guide dabeihaben wollen, nicht nur in den Innenhöfen.
Wie lange brauchst du für den Tower of London?

- 2 Stunden: Kronjuwelen, ein kurzer Blick in den White Tower und Traitors‘ Gate. Machbar, aber gehetzt – und die Yeoman-Warder-Führung fällt dann wahrscheinlich weg.
- 3 bis 4 Stunden: die ideale Dauer. Juwelen, eine Yeoman-Warder-Führung, White Tower, Tower Green und der Mauerrundgang.
- Ein ganzer Tag: alles oben Genannte plus die kleineren Ausstellungen (Coins and Kings, das Fusilier Museum, die Folter-Ausstellung im Wakefield Tower) und Mittagessen im Café auf dem Gelände.
Praktische Tipps für deinen Besuch
- Geh direkt zum Jewel House. Historic Royal Palaces warnt selbst, dass sich zwischen etwa 12 und 15 Uhr lange Schlangen bilden. Also gleich morgens hin – und danach alles andere.
- Oder komm spät. Am späteren Nachmittag ist spürbar weniger los. Du musst dann aber effizient sein, denn die Gebäude schließen vor dem Gelände.
- Prüf die Öffnungszeiten. Sonntags und montags öffnet der Tower eine Stunde später als an den anderen Tagen, im Winter schließt er früher. Die aktuellen Zeiten findest du auf hrp.org.uk.
- Fahr bis Tower Hill. Die Station liegt an der Circle und der District Line, ein paar Gehminuten vom Haupteingang auf der Westseite entfernt. Tower Gateway (DLR) und Fenchurch Street sind ebenfalls nah.
- Reise mit leichtem Gepäck. Alle Taschen werden kontrolliert, und Schließfächer gibt es auf dem Gelände nicht.
- Trag vernünftige Schuhe. Kopfsteinpflaster, unebene Steinplatten und steile Wendeltreppen findest du überall. Für Rollstuhlfahrer sind die älteren Türme nur eingeschränkt zugänglich, das Jewel House ist aber stufenlos erreichbar.
- Zieh dich wetterfest an. Ein Großteil des Besuchs findet draußen statt, auch die Yeoman-Warder-Führung – und die läuft auch bei Regen.
Wann sich der Tower of London nicht lohnt
- Du hast nur ein, zwei Tage in London und willst möglichst viel sehen. Ein halber Tag ist bei einem Kurztrip ein großer Brocken; ein Spaziergang an den Mauern entlang, über den Tower Wharf und über die Tower Bridge vermittelt dir die Atmosphäre gratis.
- Du kannst im Sommer nur mittags hin. Ohne frühen Einlass verbringst du dann womöglich einen guten Teil deines Besuchs in der Schlange vor den Kronjuwelen.
- Du suchst königliche Innenräume. Für vergoldete Prunksäle und Gärten passen Hampton Court Palace (ebenfalls von Historic Royal Palaces betrieben) oder Kensington Palace besser.
- Treppen sind für dich ein Problem. Im White Tower und beim Mauerrundgang geht es viel über enge Treppen.
Unterm Strich
Lohnt sich der Tower of London? Ja – er wird seinem Ruf absolut gerecht. Die Kronjuwelen sind wirklich spektakulär, die Yeoman Warders gehören zu den besten Geschichtenerzählern, die du in einem europäischen Museum finden wirst, und auf einem Gelände, das du in fünf Minuten durchquerst, stecken tausend Jahre Geschichte. Komm zur Öffnung, geh zuerst zu den Juwelen und schließ dich einer Beefeater-Führung an. Wenn du es morgens nicht rechtzeitig schaffst, vergleich Early-Access-Touren und Tickets für den Tower of London, damit die Warteschlange nicht deinen Besuch auffrisst.
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Häufig gestellte Fragen
Ist der Tower of London sein Geld wert?
Für die meisten Besucher ja. Tickets für Erwachsene kosten derzeit ab etwa 37 £ (ca. 43 €), und darin sind die Kronjuwelen, der White Tower, der Mauerrundgang und eine Yeoman-Warder-Führung enthalten. Bei drei bis vier Stunden vor Ort ist das ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als bei vielen kürzeren Attraktionen in London.
Sind die Beefeater-Führungen kostenlos?
Ja, sie sind im normalen Eintrittsticket enthalten. Einen Platz vorab reservieren kannst du nicht: Schau bei der Ankunft nach den Startzeiten und geh zum Treffpunkt.
Wie lange wartet man auf die Kronjuwelen?
Das ist sehr unterschiedlich. Laut Historic Royal Palaces sind die Schlangen zu Stoßzeiten zwischen etwa 12 und 15 Uhr am längsten. Gleich morgens oder am späteren Nachmittag kommst du oft ohne Wartezeit hinein.
Kann man die Kronjuwelen ohne Tower-Ticket sehen?
Nein. Das Jewel House liegt innerhalb der Festungsmauern, du brauchst also ein Eintrittsticket für den Tower of London.
Muss man Tickets für den Tower of London vorher buchen?
Pflicht ist es nicht, denn es gibt auch Tickets am selben Tag. In den britischen Schulferien und an Wochenenden ist eine Online-Buchung aber empfehlenswert. Die Ceremony of the Keys musst du immer vorab online buchen, und sie ist schnell ausverkauft.
Ist der Tower of London etwas für Kinder?
Auf jeden Fall. Die Rüstungen im White Tower, die Raben, die Geschichten über Gefangene und Hinrichtungen und der Humor der Beefeaters kommen bei Kindern meist gut an. Unter 5-Jährige haben freien Eintritt, mit dem Kinderwagen wird es auf den Treppen der älteren Türme aber umständlich.
Titelbild: Foto: Bob Collowan, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
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