Reykjavík Sehenswürdigkeiten

Die Reykjavík Sehenswürdigkeiten kannst du an einem Nachmittag zu Fuß abklappern, denn die Stadt ist klein. Das meiste, wofür man nach Island fliegt, liegt allerdings draußen vor der Tür: Wasserfälle, Grabenbrüche, heiße Lagunen und Wale in der Bucht Faxaflói. Am cleversten planst du deshalb so: Nutze die Stadt als bequeme Basis, gönn dir ein, zwei Tage mit Schwimmbädern, gutem Essen und Hafen, und verbring den Rest der Zeit mit Tagesausflügen.

Hier findest du die Highlights in der Stadt und die Ausflüge, für die sich das frühe Aufstehen wirklich lohnt – mit ehrlichen Hinweisen zu Kosten, Timing und dem, was du dir sparen kannst. Kurz gesagt: Was tun in Reykjavík, und was lieber nicht.

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Unsere ehrlichen Bewertungen der Sehenswürdigkeiten

Wir haben ausführliche Bewertungen ohne Hype zu den größten kostenpflichtigen Attraktionen in Reykjavík geschrieben – mit Infos zu Preisen, Andrang und der Frage, ob sich das Geld lohnt.

Die 12 besten Sehenswürdigkeiten in Reykjavík

Die Stahlskulptur Sonnenreisender (Sólfar) an der Uferpromenade von Reykjavík mit dem Berg Esja jenseits der Bucht
Der Sonnenreisende (Sólfar) am Uferweg (Foto: Holger Uwe Schmitt, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

1. Hallgrímskirkja

Die Betonkirche oben an der Skólavörðustígur ist das Wahrzeichen von Reykjavík; ihre gestufte Fassade ist von Islands Basaltsäulen inspiriert. Das Kirchenschiff ist schlicht und ruhig, mit einer riesigen Orgel. Der eigentliche Grund für den Besuch ist aber der Aufzug in den Turm: Von dort hast du den besten Überblick über die bunten Dächer der Stadt, die Bucht und den Berg Esja.

Zeit: 30–45 Minuten. Kosten: Die Kirche ist kostenlos, für den Turm brauchst du ein Ticket. Tipp: Kirche und Turm schließen bei Gottesdiensten, Konzerten und privaten Feiern. Schau also auf der Website der Kirche in den Tagesplan, bevor du den Hügel hinaufläufst.

2. Laugavegur, Skólavörðustígur und Tjörnin

Das Zentrum von Reykjavík erkundest du am besten zu Fuß. Lauf von der Hallgrímskirkja die regenbogenbunte Skólavörðustígur hinunter, weiter über die Einkaufsstraße Laugavegur bis zum Tjörnin, dem Stadtteich neben dem Rathaus, wo die Vögel zur Kulisse gehören. Ein entspannter halber Tag mit Cafés, Designläden und Buchhandlungen statt großer Sehenswürdigkeiten.

Zeit: 2–3 Stunden. Kosten: kostenlos. Tipp: Essen und Trinken ist in Island teuer. Halte am späten Nachmittag Ausschau nach Happy-Hour-Angeboten und Mittagsmenüs, die meist deutlich günstiger sind als das Abendessen.

3. Harpa und der Sonnenreisende (Sólfar)

In die gläserne Konzerthalle Harpa am Hafen lohnt sich ein Blick, auch wenn du kein Konzert besuchst: Die Wabenfassade wirft wechselndes Licht ins Foyer. Folge danach dem Uferweg nach Osten bis zu Sólfar, dem Sonnenreisenden – einer Stahlskulptur eines Traumschiffs, das auf die Berge jenseits der Bucht blickt.

Zeit: 1 Stunde. Kosten: kostenlos (Konzerte und Shows kosten Eintritt). Tipp: Geh im Sommer abends hin, wenn die tief stehende Sonne sowohl Harpas Glas als auch die Skulptur zum Leuchten bringt.

4. Baden wie die Einheimischen im Thermalbad

In Islands öffentlichen Schwimmbädern trifft sich die Stadt: Außenbahnen, Hot Pots mit unterschiedlichen Temperaturen und Dampfbäder, das ganze Jahr über genutzt. Sundhöll Reykjavíkur, das älteste Bad der Stadt, und Vesturbæjarlaug im Westen gehören zu den beliebtesten. Das ist die alltägliche, lokale Version des Lagunen-Erlebnisses – zu einem Bruchteil des Preises.

Zeit: 1–2 Stunden. Kosten: kostenpflichtig, für isländische Verhältnisse aber günstig; mit der Reykjavík City Card ist der Eintritt inklusive. Tipp: Vor dem Baden musst du dich ohne Badekleidung duschen. Das wird streng kontrolliert und ist hier völlig normal.

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5. Blaue Lagune

Die milchig-blaue Lagune in einem schwarzen Lavafeld ist Islands berühmtestes Bad. Sie ist ein edles, teures Spa-Erlebnis und keine wilde heiße Quelle, und sie liegt viel näher am Flughafen Keflavík als an der Stadt – ideal also für den Anreise- oder Abreisetag. Lies unsere ausführliche Bewertung: Lohnt sich die Blaue Lagune?

Zeit: ein halber Tag inklusive Transfer. Kosten: kostenpflichtig, Tickets mit festen Zeitfenstern. Tipp: Ohne Auto ersparst du dir mit einem Eintritt in die Blaue Lagune mit Hin- und Rücktransfer das Jonglieren mit Busfahrplänen und Einlasszeiten.

6. Sky Lagoon

Wenn du das Lagunen-Erlebnis ohne die Fahrt auf die Halbinsel Reykjanes willst, ist die Sky Lagoon an der Küste in Kópavogur die nähere Alternative. Ihr Infinity-Rand blickt direkt aufs Meer, und ein mehrstufiges Bade-Ritual mit Kaltwasserbecken, Sauna und Peeling gehört zum Besuch dazu.

Zeit: 2–3 Stunden. Kosten: kostenpflichtig, Buchung in Zeitfenstern. Tipp: Die Slots zum Sonnenuntergang sind am stimmungsvollsten – buch sie also frühzeitig.

7. Tagesausflug auf dem Golden Circle

Der klassische Tagesausflug ab Reykjavík verbindet drei ganz unterschiedliche Orte: den Þingvellir-Nationalpark, wo du durch einen Graben zwischen zwei tektonischen Platten läufst und wo einst Islands frühes Parlament tagte; das Geothermalgebiet Geysir, wo der Strokkur alle paar Minuten ausbricht; und Gullfoss, einen gewaltigen zweistufigen Wasserfall, der in eine Schlucht stürzt. Er ist aus gutem Grund beliebt und gut an einem Tag machbar.

Zeit: 7–9 Stunden. Kosten: Die Orte selbst sind kostenlos, einige Parkplätze kosten aber Gebühren. Tipp: Ohne Mietwagen deckt eine Golden-Circle-Tagestour mit dem Krater Kerið alle drei Stationen ab – plus einen vulkanischen Kratersee.

8. Walbeobachtung ab dem Alten Hafen

Vom Alten Hafen in Reykjavík fahren Boote hinaus in die Bucht Faxaflói, wo Zwergwale, Buckelwale und Weißschnauzendelfine am häufigsten zu sehen sind. Eine Garantie gibt es nie, und der Nordatlantik kann rau sein, doch an einem ruhigen Tag ist das einer der einfachsten Wildtier-Ausflüge Europas.

Zeit: 2–3 Stunden. Kosten: kostenpflichtig. Tipp: Im Sommer sind die Bedingungen am besten. Nimm vorher Tabletten gegen Seekrankheit, wenn du dazu neigst, und wähle einen Anbieter, der dich kostenlos noch einmal mitnimmt, falls du nichts siehst – zum Beispiel diese Walbeobachtungstour mit fachkundigem Guide.

9. Auf der Jagd nach Nordlichtern

Etwa von Herbst bis Anfang Frühling, wenn die Nächte dunkel sind, können über Island Polarlichter auftauchen. Die Lichter der Stadt überstrahlen sie, daher stehen die Chancen in einer klaren Nacht außerhalb von Reykjavík am besten. Eine Tour bringt dich dorthin, wo die Vorhersage an diesem Abend am vielversprechendsten ist.

Zeit: 3–5 Stunden, spätabends. Kosten: kostenpflichtig (oder kostenlos, wenn du ein Auto und eine Vorhersage-App hast). Tipp: Buch die Tour für den Anfang deiner Reise, denn viele Anbieter – auch diese Nordlicht-Bustour – nehmen dich kostenlos erneut mit, wenn sich die Lichter nicht zeigen.

10. Die Südküste: Wasserfälle und schwarzer Sand

Ein längerer Tag entlang der Ringstraße (Route 1) führt dich zum Seljalandsfoss, hinter dem du entlanglaufen kannst, zum breiten Wasservorhang des Skógafoss und zum schwarzen Sandstrand Reynisfjara mit seinen Basaltsäulen. Die Landschaft ist größer und wilder als am Golden Circle, dafür sitzt du länger im Bus oder Auto.

Zeit: 10–11 Stunden. Kosten: Die Sehenswürdigkeiten sind kostenlos, einige Parkplätze kosten Gebühren. Tipp: Halte am Reynisfjara unbedingt Abstand zum Wasser. Plötzliche „Sneaker Waves“ haben schon Menschen vom Strand gerissen. Eine Tagestour an die Südküste ist im Winter die einfachste Lösung, wenn die Straßenverhältnisse schwierig sein können.

11. Nationalmuseum Islands und die Settlement Exhibition

Für den Hintergrund zu allem, was du außerhalb der Stadt siehst, erzählt das Nationalmuseum die Geschichte Islands von den Siedlern der Wikingerzeit bis heute. Die Siedlungsausstellung (Settlement Exhibition) im Zentrum ist um die ausgegrabenen Überreste eines Langhauses aus der Wikingerzeit gebaut, das unter einer Straße der Stadt gefunden wurde.

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Zeit: je 1–2 Stunden. Kosten: kostenpflichtig; beide sind in der Reykjavík City Card enthalten. Tipp: Heb sie dir für einen verregneten oder stürmischen Tag auf – den wirst du in Reykjavík fast sicher erleben.

12. Der Alte Hafen und Grandi

Das Hafengebiet westlich der Harpa hat sich von einem Arbeitshafen zu einem der angenehmsten Viertel der Stadt entwickelt: Fischrestaurants in alten Fischerschuppen, eine Eisdiele, vor der die Einheimischen bei jedem Wetter Schlange stehen, eine Food Hall und kleine Museen. Hier starten auch die Walbeobachtungs- und Papageitaucher-Boote.

Zeit: 1–3 Stunden. Kosten: Herumlaufen ist kostenlos. Tipp: Wenn du noch Energie hast, verbinde den Besuch mit einem Spaziergang am späten Nachmittag entlang des Küstenwegs Richtung Leuchtturm Grótta.

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Praktische Tipps für Reykjavík: Reisezeit, Dauer und Fortbewegung

Der Wasserfall Gullfoss stürzt auf der Golden-Circle-Route in Island in seine Schlucht
Gullfoss, der letzte große Stopp auf einem Golden-Circle-Tagesausflug (Foto: Diego Delso, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Beste Reisezeit

Der Sommer (Juni bis August) bringt lange, helle Nächte, die einfachsten Straßenverhältnisse und die ruhigste See für Bootsausflüge – aber auch die höchsten Preise und die meisten Besucher. Der Winter ist dunkel und oft stürmisch, um Dezember herum gibt es nur wenige Stunden Tageslicht; dafür ist es die Saison für Nordlichter und verschneite Landschaften. September und März sind gute Kompromisse: Die Polarlichtsaison hat schon begonnen (oder ist noch nicht vorbei), und die Tage sind angenehm lang.

Wie viele Tage brauchst du?

Für die Stadt selbst reicht ein Tag. Drei bis vier Tage sind ideal für einen ersten Besuch: ein Tag in der Stadt, ein Tag Golden Circle, ein Tag Südküste und eine Lagune auf dem Weg vom oder zum Flughafen. Wenn du die Ringstraße fährst, plane Reykjavík am Anfang oder Ende ein, statt die Stadt zwischendurch einzuschieben.

Unterwegs vor Ort

Das Zentrum ist kompakt und gut zu Fuß zu erkunden. Der Flughafen Keflavík liegt weit draußen, deshalb nehmen die meisten einen Flughafenbus oder holen direkt nach der Ankunft einen Mietwagen ab. Im Hauptstadtgebiet deckt das Busnetz von Strætó die Vororte ab. Die Reykjavík City Card (24, 48 oder 72 Stunden) umfasst laut Visit Reykjavík unbegrenzte Fahrten mit Strætó, die Thermalbäder der Stadt, den Eintritt in 17 Museen und Attraktionen sowie die Fähre zur Insel Viðey. Sie lohnt sich, wenn du einen Tag mit Bad und Museen planst; Tagesausflüge und die Lagunen sind nicht enthalten. Für Golden Circle und Südküste brauchst du ein Auto oder eine Tour, denn praktikable öffentliche Verkehrsmittel für Sightseeing gibt es dort nicht.

Wo übernachten?

Übernachte in 101 Reykjavík, der Altstadt rund um Laugavegur, Skólavörðustígur und den Hafen. So läufst du abends zu Fuß zu den Restaurants und erreichst die Abholpunkte der Touren problemlos. Die Gegend um Hlemmur am östlichen Ende der Laugavegur ist oft etwas günstiger und trotzdem zentral. Vesturbær westlich des Zentrums ist ruhiger und ein Wohnviertel. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, prüfe, ob deine Unterkunft Parkplätze hat, denn im Zentrum ist es eng.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage braucht man für Reykjavík?

Für die wichtigsten Reykjavík Sehenswürdigkeiten in der Stadt reicht ein voller Tag. Plane drei bis vier Tage ein, wenn du Golden Circle, Südküste und eine Lagune dazunehmen willst – genau dafür kommen die meisten, die zum ersten Mal hier sind.

Kann man in Reykjavík Nordlichter sehen?

Manchmal, in sehr starken Nächten, aber die Lichtverschmutzung macht es schwierig. In einer klaren, dunklen Nacht außerhalb der Stadt, etwa zwischen September und April, sind deine Chancen deutlich besser. Behalte Polarlicht- und Wolkenvorhersage im Blick und halte dir ein paar Abende frei.

Braucht man in Reykjavík ein Auto?

In der Stadt selbst nicht, sie ist gut zu Fuß machbar. Im Sommer gibt dir ein Auto Freiheit für Golden Circle und Südküste. Im Winter entscheiden sich viele Besucher wegen Eis, Stürmen und kurzer Tage lieber für Tagestouren.

Ist Reykjavík teuer?

Ja. Essen, Alkohol und Touren kosten spürbar mehr als in den meisten Ländern Europas. Supermärkte, ein Mittagessen aus der Bäckerei, öffentliche Schwimmbäder und kostenlose Sehenswürdigkeiten wie Harpa und der Hafen helfen, die Kosten im Rahmen zu halten.

Blaue Lagune oder Sky Lagoon – was ist besser?

Wähl die Blaue Lagune, wenn du die berühmte Lavafeld-Kulisse willst und sie auf dem Weg vom oder zum Flughafen besuchen kannst. Die Sky Lagoon liegt näher an der Stadt und hat Meerblick. Wenn vor allem das Budget zählt, bietet dir ein lokales Thermalbad viel vom gleichen Vergnügen für deutlich weniger Geld.

Titelbild: Foto: allen watkin from London, UK, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

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