Berlin hat keine herausgeputzte Altstadt als Aushängeschild. Dafür hat die Stadt eine geteilte Vergangenheit, der du noch heute zu Fuß folgen kannst – vom erhaltenen Mauerstreifen mit Todesstreifen bis zur gläsernen Kuppel auf dem wiederaufgebauten Reichstagsgebäude. Viele der wichtigsten Berlin Sehenswürdigkeiten kosten keinen Eintritt, die Museen spielen in der Weltliga, und in den Kiezen östlich und südlich der Mitte wirst du am liebsten essen und deine Abende verbringen.
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Unsere ehrlichen Bewertungen der Sehenswürdigkeiten
Wir haben uns die kostenpflichtigen Attraktionen in Berlin genau angesehen – mit Preisen, Buchungsregeln und dem Hinweis, wann du sie auslassen kannst.
Die 14 besten Sehenswürdigkeiten in Berlin

1. Brandenburger Tor und Pariser Platz
Das Tor aus dem 18. Jahrhundert stand fast drei Jahrzehnte lang im Niemandsland und wurde zur Kulisse der Feiern, als 1989 die Mauer fiel. Heute ist es der naheliegende Startpunkt für einen ersten Spaziergang: Unter den Linden führt von hier nach Osten Richtung Museumsinsel, der Reichstag und der Tiergarten sind nur ein paar Minuten entfernt. Der Besuch ist kostenlos und jederzeit möglich. Eine Viertelstunde reicht, aber komm früh morgens oder nach Einbruch der Dunkelheit, wenn du ein Foto ohne Menschenmassen willst. Eine geführte Stadtführung zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlins beginnt oft hier und hilft dir, die Geschichte der Stadt am ersten Tag zu sortieren.
2. Die Reichstagskuppel
Die Glaskuppel auf dem Gebäude des Deutschen Bundestags hat eine spiralförmige Rampe, einen Audioguide und einen Blick hinunter in den Plenarsaal – und genau darum geht es: Die Bürgerinnen und Bürger schauen ihren Abgeordneten buchstäblich über die Schulter. Der Eintritt ist frei, du musst dich aber vorab auf der Website des Bundestags anmelden und am Besuchstag deinen Personalausweis oder Reisepass im Original dabeihaben. Plane inklusive Sicherheitskontrolle etwa eine Stunde ein. Melde dich im Sommer so früh wie möglich an, denn die Termine sind schnell weg.
3. Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Peter Eisenmans Feld aus grauen Betonstelen, direkt südlich des Brandenburger Tors, verunsichert auf eine Weise, die kein Foto einfängt: Der Boden senkt sich, und die Stelen wachsen über deinen Kopf hinaus, je weiter du hineingehst. Der unterirdische Ort der Information erzählt einzelne Lebensgeschichten von Opfern und geht sehr nahe. Der Eintritt ist frei, das Stelenfeld ist rund um die Uhr zugänglich. Wenn du die Ausstellung besuchst, plane eine Stunde ein. Bitte klettere nicht auf die Stelen und spring nicht zwischen ihnen hin und her.
4. Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße
Wenn du nur einen Mauer-Ort besuchst, dann diesen. Die Open-Air-Ausstellung zieht sich 1,4 Kilometer entlang des ehemaligen Grenzstreifens und umfasst ein erhaltenes Stück Mauer mit Todesstreifen und Wachturm dahinter – dazu Geschichten von Fluchten und Tunneln direkt unter deinen Füßen. Der Eintritt zu allen Ausstellungen ist frei. Nimm dir eineinhalb bis zwei Stunden Zeit und steig auf die Aussichtsplattform am Dokumentationszentrum, dort hast du den besten Überblick.
5. East Side Gallery
Das längste erhaltene Stück der Mauer an der Spree in Friedrichshain wurde 1990 von Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt bemalt. Manche Wandbilder, etwa der Bruderkuss von Breschnew und Honecker, sind längst selbst berühmt. Die Galerie ist kostenlos und unter freiem Himmel, für die ganze Länge brauchst du 30 bis 45 Minuten. Hier geht es mehr um Kunst als um Geschichte – kombiniere sie also mit der Bernauer Straße, statt sie als Ersatz zu sehen. Früh morgens ist es am ruhigsten.
6. Berliner Fernsehturm
Der Turm aus DDR-Zeiten am Alexanderplatz bietet den höchsten Aussichtspunkt der Stadt: eine verglaste Aussichtsetage auf 203 Metern. An einem klaren Tag verstehst du von hier oben am besten, wie Berlin zusammenhängt; an einem grauen Tag zahlst du viel Geld für Nebel. Tickets gibt es für feste Zeitfenster, und ein Besuch dauert 45 Minuten bis eine Stunde. Schließfächer gibt es nicht, lass größere Taschen also im Hotel. Lies unser Urteil in Lohnt sich der Berliner Fernsehturm? oder buche ein Ticket mit festem Zeitfenster.
7. Museumsinsel
Fünf große Museen teilen sich eine UNESCO-Welterbe-Insel in der Spree. Das Neue Museum mit der Büste der Nofretete sollte für die meisten Erstbesucher ganz oben stehen; die Alte Nationalgalerie ist die ruhigere Wahl für Malerei des 19. Jahrhunderts. Beachte, dass das Pergamonmuseum wegen einer langen Sanierung geschlossen ist – in der Zwischenzeit ist ganz in der Nähe die Ausstellung „Pergamonmuseum. Das Panorama“ geöffnet. Der Eintritt kostet, entweder pro Museum oder als Kombiticket. Für ein Museum brauchst du gut zwei bis drei Stunden; versuch nicht, alle fünf an einem Tag zu schaffen.

8. Berliner Dom
Der Berliner Dom ist die prächtigste Kirche der Stadt, ein wuchtiger neobarocker Bau auf der Museumsinsel mit Hohenzollerngruft und Dommuseum. Das Beste ist der Aufstieg zum Rundgang um die Kuppel, mit Blick über die Spree, die Museen und den Fernsehturm. Der Eintritt kostet, und der Dom bittet darum, Tickets online zu kaufen. Plane eine Stunde ein und schau vorher auf der Website nach Gottesdiensten oder Konzerten, während derer keine Besichtigung möglich ist.
9. Topographie des Terrors und Checkpoint Charlie
Auf dem Gelände der ehemaligen Zentralen von Gestapo und SS dokumentiert die Topographie des Terrors, wie der NS-Terrorapparat funktionierte; draußen steht noch ein langes Stück Mauer. Der Eintritt ist frei, geöffnet ist täglich, und für einen gründlichen Besuch brauchst du zwei Stunden. Der Checkpoint Charlie liegt zehn Gehminuten entfernt. Ehrlich gesagt ist das nachgebaute Wachhäuschen ein Fotostopp zwischen Souvenirläden – nimm ihn im Vorbeigehen mit und investiere deine Zeit lieber in die Topographie.
10. Tempelhofer Feld
Berlins ehemaliger Stadtflughafen wurde 2008 geschlossen, und aus den Start- und Landebahnen wurde eine der größten innerstädtischen Freiflächen Europas. An sonnigen Tagen triffst du auf dem alten Flugfeld Radfahrer, Kitesurfer, Skater und Grillrunden, im Hintergrund das riesige Terminalgebäude. Das Feld ist kostenlos und tagsüber geöffnet. Leih dir ein Fahrrad oder pack ein Picknick ein und nimm dir einen Nachmittag Zeit – nirgends siehst du besser, wie die Berlinerinnen und Berliner wirklich ihr Wochenende verbringen.
11. Eine Schifffahrt auf der Spree
Eine Stunde auf dem Fluss führt dich am Reichstag, am Regierungsviertel, am Berliner Dom und an der Museumsinsel vorbei – und gönnt müden Beinen eine Pause. Mehrere Reedereien bieten Rundfahrten ab Anlegestellen in der Nähe der Friedrichstraße, des Nikolaiviertels und des Doms an. Die Fahrt kostet, außerhalb der Sommerwochenenden musst du aber meist nicht lange im Voraus buchen. Such dir bei gutem Wetter ein Schiff mit offenem Oberdeck aus und erwarte von den Erläuterungen nicht allzu viel Tiefgang.
12. Kreuzberg und Neukölln
Hier findest du das Berlin der Bars am Kanal, der türkischen Märkte, der Street-Art und des besten günstigen Essens der Stadt. Spazier am Landwehrkanal entlang, stöbere an Markttagen auf dem Markt am Maybachufer und verbring den Abend in den Bars und Restaurants in den Seitenstraßen rund um die Weserstraße und den Graefekiez. Das Herumschlendern kostet nichts und ist am späten Nachmittag am schönsten. Lass den Reiseführer in der Tasche – es geht darum, einen Gang runterzuschalten.
13. Potsdam und Sanssouci (Tagesausflug)
Das Sommerschloss Friedrichs des Großen thront auf Weinbergterrassen über einem riesigen Landschaftspark, umgeben von weiteren Schlössern, Gärten und dem hübschen Holländischen Viertel in der Potsdamer Innenstadt. Der Park ist kostenlos zugänglich; für Schloss Sanssouci selbst zahlst du Eintritt, und im Sommer lohnt es sich, die Tickets vorab online zu buchen. Potsdam erreichst du mit der S-Bahn oder dem Regionalzug im Berliner Tarifbereich ABC. Plane einen ganzen Tag ein und zieh bequeme Schuhe an, denn die Wege im Park sind länger, als sie aussehen.
14. Gedenkstätte Sachsenhausen (Tagesausflug)
Das ehemalige Konzentrationslager in Oranienburg nördlich von Berlin war Modell- und Schulungslager der SS und später ein sowjetisches Speziallager. Ein Besuch ist bedrückend und weitaus aufschlussreicher, als es jede Ausstellung in der Innenstadt sein kann. Die Gedenkstätte selbst verlangt keinen Eintritt, und Oranienburg liegt im Tarifbereich ABC. Plane mindestens einen halben Tag ein. Viele Besucher entscheiden sich für eine geführte Tour nach Sachsenhausen ab Berlin, weil das Gelände groß ist und der Kontext viel ausmacht.
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Praktische Tipps für Berlin

Beste Reisezeit
Von Mai bis September hast du lange Abende, Freiluftkinos, Biergärten und volle Parks – dann macht Berlin am meisten Spaß. Der Sommer ist aber auch am vollsten, also buche die Reichstagskuppel und Museumstickets mit Zeitfenster früh. Ende November und im Dezember locken die Weihnachtsmärkte. Januar bis März ist kalt und grau, passt aber gut zu einer museumslastigen Reise und niedrigeren Hotelpreisen.
Wie viele Tage brauchst du?
Drei volle Tage reichen für das historische Zentrum, die Mauer-Orte, ein oder zwei Museen und einen Abend in Kreuzberg oder Friedrichshain. Das passt auch gut zu einem langen Wochenende, wenn du aus einer anderen Stadt in Deutschland, Österreich oder der Schweiz anreist. Mit vier oder fünf Tagen kannst du ohne Hetze Potsdam oder Sachsenhausen ergänzen.
Unterwegs in Berlin
Berlin ist zu weitläufig, um alles zu Fuß zu erledigen, aber U-Bahn, S-Bahn, Tram und Busse fahren häufig und sind leicht zu nutzen. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen im Tarifbereich AB; für den Flughafen BER, Potsdam und Oranienburg brauchst du ein ABC-Ticket. Tickets bekommst du in der BVG-App oder an Automaten – Papiertickets musst du vor der Fahrt entwerten. Die offizielle Berlin WelcomeCard kombiniert den Nahverkehr (AB, oder ABC als Upgrade) mit Rabatten bei Attraktionen, und es gibt eine Museumsinsel-Variante mit freiem Eintritt in die dortigen Museen. Ob sie sich rechnet, hängt davon ab, wie viele kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten du besuchst – rechne deine Pläne also vorher durch. Auch mit dem Fahrrad kommst du in der flachen Stadt sehr gut voran.
Wo übernachten?
- Mitte: die zentralste Basis, zu Fuß zum Brandenburger Tor, zur Museumsinsel und zum Alexanderplatz. Nachts ruhiger.
- Prenzlauer Berg: grüne Straßen, Cafés und gute Verkehrsanbindung. Beliebt bei Familien.
- Kreuzberg und Friedrichshain: die beste Wahl für Essen, Bars und Nachtleben – mit entsprechend mehr Lärm.
- Charlottenburg: klassischeres West-Berlin, ruhiger, mit guter Anbindung ans Zentrum.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die wichtigsten Berlin Sehenswürdigkeiten?
Für die meisten Erstbesucher ist es der Spaziergang vom Brandenburger Tor am Reichstag vorbei zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas, gefolgt von der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße. Zusammen erklären sie die Stadt besser als jede einzelne kostenpflichtige Attraktion – und alle sind kostenlos.
Wie viele Tage in Berlin sind genug?
Drei Tage reichen für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und einen ersten Eindruck von den Kiezen. Hänge einen vierten oder fünften Tag an für Potsdam, Sachsenhausen oder mehr Zeit in Museen.
Was kann man in Berlin kostenlos machen?
Eine ganze Menge: Brandenburger Tor, Reichstagskuppel (mit vorheriger Anmeldung), Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Gedenkstätte Berliner Mauer, East Side Gallery, Topographie des Terrors und Tempelhofer Feld sind alle kostenlos.
Muss man die Reichstagskuppel vorab buchen?
Ja. Der Eintritt ist frei, aber du musst dich vorher auf der Website des Bundestags anmelden und einen amtlichen Lichtbildausweis im Original mitbringen. Eine Anmeldung vor Ort am selben Tag ist manchmal möglich, darauf verlassen solltest du dich im Sommer aber nicht.
Lohnt sich die Museumsinsel, solange das Pergamonmuseum geschlossen ist?
Ja, wenn du Museen magst. Das Neue Museum mit Nofretete, das Alte Museum und die Alte Nationalgalerie sind geöffnet und hervorragend. Plane deine Reise nur nicht um den Pergamonaltar herum, denn der bleibt wegen der Sanierung weiterhin unzugänglich.
Lohnt sich die Berlin WelcomeCard?
Das kann sie, wenn du täglich den Nahverkehr nutzt und mehrere kostenpflichtige Attraktionen besuchst, oder wenn du mit der Museumsinsel-Variante viel Zeit auf der Museumsinsel verbringen willst. Stehen vor allem kostenlose Sehenswürdigkeiten auf deinem Plan, ist ein normales Nahverkehrsticket meist günstiger.
Titelbild: Foto: Thomas Wolf, www.foto-tw.de, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
