Krakau hat den Zweiten Weltkrieg mit weitgehend unversehrtem mittelalterlichem Zentrum überstanden, und das merkt man: Die wichtigsten Krakau Sehenswürdigkeiten, also Altstadt, Wawel-Hügel und das ehemalige jüdische Viertel Kazimierz, liegen alle zu Fuß beieinander. Die Stadt ist außerdem Ausgangspunkt für zwei sehr unterschiedliche Tagesausflüge, zu den unterirdischen Kapellen des Salzbergwerks Wieliczka und zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Plane also mehr Zeit ein, als du vielleicht denkst.
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Unsere ehrlichen Bewertungen der Sehenswürdigkeiten
Du fragst dich, ob sich ein Ticket oder Tagesausflug lohnt? Unsere ausführlichen Bewertungen verraten dir, was großartig ist, was überbewertet ist und wie du deinen Besuch planst.
Die 14 besten Sehenswürdigkeiten in Krakau

1. Den Hauptmarkt auf dich wirken lassen
Der Rynek Główny ist einer der größten mittelalterlichen Marktplätze Europas und bis heute das Wohnzimmer der Stadt. In der Mitte steht die Renaissance-Tuchhalle (Sukiennice) mit Souvenirständen im Erdgeschoss und einer Galerie polnischer Kunst des 19. Jahrhunderts im Obergeschoss. Rundherum findest du den Rathausturm, Cafés mit Terrassen und Pferdekutschen.
Zeitbedarf: 1 Stunde, aber du kommst ohnehin oft vorbei. Kosten: kostenlos. Tipp: Die Caféterrassen am Platz sind für das Gebotene teuer. Trink deinen Kaffee in einer Seitenstraße und komm frühmorgens oder spätabends zurück, wenn der Platz am schönsten ist.
2. Den Trompetenruf an der Marienkirche hören
Die beiden ungleichen Backsteintürme der Marienkirche prägen den Platz. Jede Stunde spielt ein Trompeter vom höheren Turm den Hejnał und bricht mitten in der Melodie ab, zur Erinnerung an einen mittelalterlichen Wächter, der der Legende nach beim Alarmblasen erschossen wurde. Innen gehören das sternenbemalte Gewölbe und der riesige geschnitzte Holzaltar von Veit Stoß zu den großen Schätzen Polens.
Zeitbedarf: 30 bis 45 Minuten. Kosten: Eintritt für Touristen kostenpflichtig; der Turmaufstieg ist ein eigenes Ticket. Tipp: Für Besichtigungen ist die Kirche von 11:30 bis 18:00 Uhr geöffnet, außerhalb dieser Zeiten nur für Gläubige. Sei möglichst zur vollen Stunde auf dem Platz, um den Trompetenruf von unten zu hören.
3. Das Wawel-Schloss und die Kathedrale erkunden
Fünf Jahrhunderte lang regierten polnische Könige von diesem Hügel über der Weichsel. Der Arkadenhof im Renaissancestil, die Repräsentationsräume mit flämischen Wandteppichen, die Schatzkammer und Rüstkammer sowie die Kathedrale, in der die meisten polnischen Könige begraben sind, machen den Wawel zum wichtigsten historischen Ort des Landes.
Zeitbedarf: ein halber Tag für mehrere Ausstellungen. Kosten: Der Spaziergang über den Hügel ist kostenlos; jede Ausstellung und die Kathedrale haben eigene Tickets. Tipp: Kauf deine Tickets online im offiziellen Wawel-Ticketshop, um die Schlange an der Kasse zu umgehen, und such dir zwei oder drei Ausstellungen aus, statt alles sehen zu wollen.
4. An den Weichselufern zur Drachenhöhle spazieren
Unterhalb des Wawel-Hügels legt sich Krakau auf den grünen Uferwiesen in die Sonne. Am Fuß des Hügels speit eine Metallstatue des Wawel-Drachen alle paar Minuten echtes Feuer, und du kannst den Wawel durch die Drachenhöhle verlassen, eine kurze Kalksteinhöhle.
Zeitbedarf: 30 Minuten bis eine Stunde. Kosten: Ufer und Drachenstatue kostenlos, die Höhle kostet Eintritt. Tipp: Lauf am Fluss entlang vom Wawel nach Kazimierz, statt die belebten Straßen zu nehmen. Bei Sonnenuntergang ist diese Strecke wunderschön.
5. Einen Nachmittag in Kazimierz verbringen
Über Jahrhunderte war Kazimierz das Herz des jüdischen Lebens in Krakau. Heute liegen seine Synagogen (darunter die Alte Synagoge und die noch aktive Remuh-Synagoge mit ihrem alten Friedhof) neben einigen der besten Cafés, Bars und Restaurants der Stadt. Der Film Schindlers Liste wurde teilweise hier gedreht.
Zeitbedarf: ein halber Tag. Kosten: Spazieren kostenlos, die Synagogen verlangen kleine Eintrittsgebühren. Tipp: Hol dir eine Zapiekanka (ein langes, überbackenes offenes Sandwich) aus der runden Halle am Plac Nowy und besuch die Remuh-Synagoge an einem Wochentag, denn samstags ist sie für Besucher geschlossen.
6. Oskar Schindlers Emaillefabrik besuchen
Trotz des Namens geht es in diesem Museum weniger um Schindler als um die ganze Stadt. Die Ausstellung „Krakau unter nationalsozialistischer Besatzung 1939–1945“ zeigt mit nachgebauten Straßen, Fotos und persönlichen Geschichten den Alltag, die Kollaboration und den Widerstand während des Krieges. Sie ist intensiv, hervorragend gemacht und eines der besten Museen Polens.
Zeitbedarf: 2 Stunden. Kosten: kostenpflichtig; ein Standardticket kostet derzeit 60 PLN (ca. 14 €), montags ist der Eintritt frei. Tipp: Die kostenlosen Montagstickets sind begrenzt und nicht vorab buchbar. An anderen Tagen kaufst du am besten online ein reguläres Ticket (der Verkauf startet 90 Tage im Voraus). Am ersten Dienstag des Monats ist das Museum geschlossen.
7. Durch Podgórze und das ehemalige Ghetto gehen
Auf der anderen Flussseite gegenüber von Kazimierz liegt Podgórze, wo die Nationalsozialisten die Krakauer Juden 1941 in ein Ghetto zwangen. Der Platz der Ghettohelden ist heute eine Gedenkstätte aus 70 übergroßen leeren Stühlen, und in der Nähe sind zwei Fragmente der Ghettomauer erhalten. Die Schindler-Fabrik ist nur einen kurzen Fußweg entfernt.
Zeitbedarf: 1 Stunde. Kosten: kostenlos. Tipp: Überquere von Kazimierz aus die Pater-Bernatek-Fußgängerbrücke, schau dir die Akrobaten-Skulpturen an, die von ihr herabhängen, und geh weiter hinauf zum ruhigen Krakus-Hügel mit weitem Blick über die Stadt.
8. Durch die Planty und an der alten Stadtmauer entlang schlendern
Die Planty sind ein Grüngürtel, der im 19. Jahrhundert die mittelalterlichen Stadtmauern ersetzte und heute die Altstadt umschließt. Auf der Nordseite sind das Florianstor und die runde Backstein-Barbakane die am besten erhaltenen Teile der alten Befestigung.
Zeitbedarf: 1 Stunde für die ganze Runde. Kosten: kostenlos (die Barbakane kostet eine kleine Gebühr). Tipp: Starte an der Barbakane, geh durch das Florianstor und folge der Floriańska-Straße bis zum Hauptmarkt: Das ist der alte Königsweg, den die Könige zum Wawel nahmen.
9. Im Museum Rynek Underground abtauchen
Unter dem Hauptmarkt legten Archäologen die Reste mittelalterlicher Marktstände, Straßen und Gräber frei. Das Museum verbindet diese Ausgrabungen mit Hologrammen und Touchscreens und erklärt, wie die mittelalterliche Handelsstadt funktionierte.
Zeitbedarf: 1,5 Stunden. Kosten: kostenpflichtig. Tipp: Es ist eine gute Option für Regentage, und genau dann haben alle anderen dieselbe Idee. Geh also früh am Tag.
10. Das sozialistisch-realistische Nowa Huta ansehen
In den 1950er-Jahren als ideale Arbeiterstadt rund um ein riesiges Stahlwerk gebaut, ist Nowa Huta Krakaus überraschendste Sehenswürdigkeit: breite Boulevards, monumentale Wohnblöcke rund um einen zentralen Platz und die moderne Kirche Arka Pana (Arche des Herrn), für deren Bau die Anwohner jahrelang kämpften.
Zeitbedarf: ein halber Tag. Kosten: Spazieren kostenlos. Tipp: Fahr mit der Straßenbahn aus dem Zentrum zum Plac Centralny und erkunde das Viertel von dort zu Fuß, oder schließ dich einer Führung an, wenn du die Geschichten aus dem Kalten Krieg hören willst, die die Architektur lebendig machen.
11. Pierogi in einer Milchbar essen
Eine Bar mleczny (Milchbar) ist eine schnörkellose Kantine aus kommunistischer Zeit, die günstiges, sättigendes polnisches Essen serviert: Pierogi, Żurek (saure Mehlsuppe), Kartoffelpuffer und Schnitzel. Einige gibt es noch im Zentrum, neben modernen Restaurants, die dieselben Gerichte auf ein neues Niveau heben.
Zeitbedarf: 45 Minuten. Kosten: sehr günstig. Tipp: Bestell an der Theke, bezahl zuerst und hol dein Tablett ab, wenn dein Gericht aufgerufen wird. Die Speisekarten sind oft nur auf Polnisch, halte also eine Übersetzungs-App bereit.
12. Einen Tagesausflug zum Salzbergwerk Wieliczka machen
Direkt vor den Toren Krakaus haben Bergleute über sieben Jahrhunderte Kapellen, Statuen und sogar Kronleuchter aus Steinsalz gehauen. Die Touristenroute führt dich durch Kammern, unterirdische Seen und die riesige Kapelle der heiligen Kinga. Ob es den Hype verdient, erklären wir in Lohnt sich das Salzbergwerk Wieliczka?
Zeitbedarf: 2 bis 3 Stunden im Bergwerk, ein halber Tag inklusive Anreise. Kosten: kostenpflichtig; laut offizieller Website kostet die Touristenroute ab 131 PLN (ca. 30 €) pro Person. Tipp: Die Route ist 3,5 km lang mit mehr als 800 Stufen, und unter Tage herrschen konstant 17 bis 18 °C, nimm also eine leichte Jacke mit. Nach Wieliczka kommst du mit dem Regionalzug ab Krakau, oder du buchst vorab eine Wieliczka-Tour ab Krakau oder ein Ticket mit Führung.
13. Die Gedenkstätte und das Museum Auschwitz-Birkenau besuchen
Rund 50 km westlich von Krakau, in Oświęcim, ist das ehemalige deutsche nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager als Gedenkstätte und Museum erhalten. Ein Besuch umfasst sowohl Auschwitz I mit den Ausstellungen in den Backsteinblöcken als auch das weitläufige Gelände von Birkenau. Es ist kein Sightseeing-Ausflug, aber für viele Menschen ist es das Wichtigste, was sie in Polen tun.
Zeitbedarf: ein ganzer Tag ab Krakau; das Museum empfiehlt mindestens 90 Minuten für jeden der beiden Teile. Kosten: Der Zutritt zum Gelände ist kostenlos, du brauchst aber eine personalisierte Eintrittskarte; Besuche mit einem Guide des Museums sind kostenpflichtig. Tipp: Reserviere deine Eintrittskarte frühzeitig auf der offiziellen Website visit.auschwitz.org, denn am Eingang werden keine Karten ausgegeben. Taschen größer als 35 x 25 x 15 cm sind nicht erlaubt.
14. In die Tatra nach Zakopane fahren
Polens Bergort liegt am Fuß der Tatra, ein paar Stunden südlich von Krakau mit Bus oder Auto. Die Attraktionen sind die Holzvillen im regionalen Zakopane-Stil, eine Seilbahn oder Standseilbahn hinauf in die Berge und Wanderwege zu Bergseen wie dem Morskie Oko.
Zeitbedarf: ein ganzer Tag. Kosten: Den Ort zu erkunden ist kostenlos; Bergbahnen und Nationalpark kosten. Tipp: Fahr früh los, meide die Wochenenden, wenn auf der Straße ab Krakau viel Verkehr ist, und check vorher das Bergwetter: In der Tatra ändern sich die Bedingungen schnell.
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Praktische Tipps für Krakau

Beste Reisezeit
Mai, Juni und September sind ideal, mit angenehmen Temperaturen und langen Tagen zum Spazierengehen. Juli und August sind voll und können heiß werden. Der Winter ist kalt, aber der Weihnachtsmarkt auf dem Hauptmarkt und der Schnee auf den Dächern haben echten Charme, und die Übernachtungspreise sinken.
Wie viele Tage brauchst du?
Plane mindestens drei Tage ein: einen für Altstadt und Wawel, einen für Kazimierz, Podgórze und die Schindler-Fabrik sowie je einen halben Tag für das Salzbergwerk Wieliczka und die Altstadt-Sehenswürdigkeiten, die du noch nicht gesehen hast. Wenn du die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besuchen möchtest, rechne einen ganzen zusätzlichen Tag ein und kombiniere sie nicht mit Wieliczka am selben Tag.
Unterwegs in Krakau
Altstadt, Wawel und Kazimierz erreichst du zu Fuß, und die Altstadt selbst ist weitgehend autofrei. Straßenbahnen und Busse decken den Rest der Stadt ab, auch Nowa Huta; zeitbasierte Tickets bekommst du an Automaten in den Fahrzeugen und an Haltestellen, meist per Karte. Züge fahren vom Hauptbahnhof Kraków Główny direkt neben der Altstadt zum Flughafen und nach Wieliczka.
In Polen zahlst du mit dem Złoty (PLN). Die Euro-Angaben auf dieser Seite sind Umrechnungen zum Kurs vom September 2026 und dienen nur zur Orientierung.
Wo übernachten?
- Altstadt (Stare Miasto): am praktischsten für Sightseeing, am Wochenende rund um den Hauptmarkt aber laut.
- Kazimierz: stimmungsvoll, mit den besten Restaurants und Bars, 15 Minuten zu Fuß zum Hauptmarkt.
- Podgórze: ruhiger, oft günstiger, nah an Kazimierz und der Schindler-Fabrik.
- Rund um den Bahnhof Kraków Główny: praktisch für Tagesausflüge und Züge zum Flughafen, weniger charmant.
Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage brauche ich für die Krakau Sehenswürdigkeiten?
Drei Tage reichen für die Stadt selbst. Rechne einen Tag für die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und einen halben Tag für das Salzbergwerk Wieliczka dazu. Vier Tage sind für die meisten Erstbesucher die ideale Länge.
Kann man Wieliczka und Auschwitz am selben Tag besuchen?
Manche Touren kombinieren beides, wir raten aber davon ab. Beide Besuche dauern lange, der emotionale Kontrast ist schwer auszuhalten, und du verbringst einen Großteil des Tages im Bus. Verteil sie nach Möglichkeit auf zwei Tage.
Muss man Auschwitz-Birkenau im Voraus buchen?
Ja. Der Zutritt zu Auschwitz I und Birkenau ist nur mit einer personalisierten Eintrittskarte möglich, die du online auf visit.auschwitz.org reservierst. Buch so früh wie möglich, vor allem wenn du einen Besuch mit Guide in einer bestimmten Sprache möchtest.
Ist Krakau teuer?
Nein, Krakau ist eine der preiswertesten Städtereisen in Mitteleuropa. Essen, Nahverkehr und die meisten Museen sind bezahlbar. Die großen Ausnahmen sind Restaurants und Cafés direkt am Hauptmarkt.
Lohnt sich Krakau im Winter?
Ja, wenn du dich warm anziehst. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen drinnen oder unter der Erde (im Salzbergwerk herrscht das ganze Jahr über dieselbe Temperatur), der Weihnachtsmarkt sorgt für Stimmung, und es sind weit weniger Besucher unterwegs als im Sommer.
Titelbild: Foto: Zygmunt Put, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
