Wien belohnt alle, die das Tempo rausnehmen. Die großen kaiserlichen Wien Sehenswürdigkeiten (Schloss Schönbrunn, die Hofburg, das Belvedere) halten, was ihr Ruf verspricht. Doch was am Ende hängen bleibt, sind oft die kleineren Momente: ein Stehplatz in der Staatsoper, ein ausgedehnter Kaffee im Kaffeehaus, ein Glas junger Wein beim Heurigen am Stadtrand. Dieser Guide deckt beides ab und sagt dir ehrlich, wofür sich das Geld lohnt und was du dir sparen kannst.
Transparenzhinweis: Diese Seite enthält Links zu GetYourGuide. Wenn du darüber buchst, erhält People & Media eventuell eine kleine Provision – für dich entstehen keine Mehrkosten.
Unsere ehrlichen Bewertungen der Sehenswürdigkeiten
Bevor du ein Ticket kaufst: In unseren ausführlichen Bewertungen der bekanntesten Wiener Sehenswürdigkeiten und Tagesausflüge liest du, was großartig ist, was überbewertet ist und wie du deinen Besuch am besten planst.
Die 14 besten Sehenswürdigkeiten in Wien

1. Den Stephansdom besichtigen (oder besteigen)
Der Stephansdom mit seinem gotischen Turm und dem gemusterten Ziegeldach ist das geografische und emotionale Zentrum Wiens. Den hinteren Teil des Kirchenschiffs kannst du kostenlos betreten, und schon das ist fünf Minuten wert. Kostenpflichtig sind der Südturm (ein langer Aufstieg über eine enge Wendeltreppe, kein Aufzug), der Nordturm mit der riesigen Pummerin-Glocke und die Führungen durch die Katakomben.
Zeitbedarf: 20 Minuten für einen Blick hinein, 1 bis 1,5 Stunden mit Turm und Katakomben. Kosten: Eintritt frei, Türme und Führungen kostenpflichtig. Tipp: Der Dom ist von frühmorgens bis spätabends geöffnet, Führungen pausieren aber um die Mittagszeit und während der Gottesdienste. Komm früh oder nach 17:00 Uhr, dann ist es im Kirchenschiff ruhiger.
2. Die Hofburg erleben: Kaiserappartements und Sisi Museum
Die Hofburg war die Winterresidenz der Habsburger und ist eine kleine Stadt für sich. Für die meisten lohnt sich das Kombiticket für das Sisi Museum und die Kaiserappartements. Das Sisi Museum trennt gekonnt die echte Kaiserin Elisabeth von der romantischen Filmfigur: eine rastlose, unglückliche Frau, besessen von ihrem Aussehen und von der Flucht aus dem Hofleben.
Zeitbedarf: etwa 1 bis 1,5 Stunden. Kosten: kostenpflichtig; das offizielle Tagesticket kostet derzeit 20 € für Erwachsene. Tipp: Wenn du auch nach Schönbrunn willst, schau dir das Sisi Ticket an, das Schönbrunn, die Kaiserappartements der Hofburg und das Möbel Museum bündelt. Geöffnet ist von 9:00 bis 17:30 Uhr, letzter Einlass 16:30 Uhr.
3. Durch die Gärten (und vielleicht die Räume) von Schloss Schönbrunn spazieren
Schönbrunn ist Wiens Aushängeschild, und der Park, der Neptunbrunnen und der Aufstieg zur Gloriette mit dem Blick zurück aufs Schloss kosten nichts. Die Innenräume sind prachtvoll, werden aber auf einem Einbahn-Rundgang mit festen Zeitfenstern gezeigt. Sie lohnen sich vor allem, wenn dich die Geschichte der Habsburger wirklich interessiert. Beide Ticketoptionen vergleichen wir in Lohnt sich Schloss Schönbrunn?
Zeitbedarf: ein halber Tag. Kosten: Park kostenlos, Innenräume kostenpflichtig. Tipp: Fahr mit der U4 bis Schönbrunn und buch das früheste Zeitfenster. Wenn du lieber Geschichten hörst als einen Audioguide, liefert dir eine geführte Tour durch Schönbrunn den Hintergrund zu Maria Theresia und Sisi.
4. Die Lipizzaner in der Spanischen Hofreitschule sehen
Die weißen Lipizzanerhengste zeigen klassische Dressur in der barocken Winterreitschule in der Hofburg, eine Tradition, die über 450 Jahre zurückreicht. Es gibt drei Möglichkeiten: eine komplette Vorführung (das „Ballett der weißen Hengste“), die günstigere Morgenarbeit, bei der du den Reitern beim Training zuschaust, und eine Führung durch Gebäude und Stallungen.
Zeitbedarf: etwa 45 bis 70 Minuten für eine Vorführung, rund eine Stunde für die Morgenarbeit. Kosten: kostenpflichtig; laut offizieller Website gibt es Vorführungen ab 26 € und die Morgenarbeit ab 17 €. Tipp: Die Morgenarbeit ist lockerer und deutlich günstiger, aber eben Training und keine Show. Wenn dir die komplette Choreografie wichtig ist, buch dein Ticket für eine Vorführung frühzeitig. Kinder unter drei Jahren haben keinen Zutritt.
5. Einen Vormittag im Kunsthistorischen Museum verbringen
Eine der großen Sammlungen Alter Meister in Europa, in einem Gebäude, das selbst schon sehenswert ist. Zu den Highlights gehören die weltweit größte Sammlung von Bruegel-Gemälden, dazu Vermeer, Rubens und Velázquez sowie eine starke Ägyptisch-Orientalische und Antikensammlung.
Zeitbedarf: 2 bis 3 Stunden. Kosten: kostenpflichtig; 22 € online oder 24 € vor Ort für Erwachsene, frei für Besucher unter 19 Jahren. Tipp: Montags ist das Museum geschlossen, donnerstags hat es bis 21:00 Uhr geöffnet. Dann ist es im Bruegel-Saal am ruhigsten.
6. Klimts Der Kuss im Oberen Belvedere sehen
Das Belvedere besteht eigentlich aus zwei Barockschlössern, die sich über einen abfallenden Garten hinweg gegenüberstehen. Im Oberen Belvedere hängt die berühmte Sammlung österreichischer Kunst, mit Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka als Hauptattraktion.
Zeitbedarf: 1,5 bis 2 Stunden. Kosten: kostenpflichtig; das Standardticket kostet 23 €, frei für unter 19-Jährige. Tipp: Der Eintritt ins Obere Belvedere läuft über Zeitfenster. Mit einem Online-Ticket gehst du direkt zum Eingang, und drinnen ist dein Besuch zeitlich nicht begrenzt.
7. Mit einem Stehplatz in die Oper
Die Wiener Staatsoper hat einen der dichtesten Spielpläne der Welt, und du brauchst weder Abendgarderobe noch ein großes Budget, um sie zu erleben. Für jede Vorstellung gibt es mehr als 400 Stehplätze, die nur einen Bruchteil eines Sitzplatzes kosten. Untertitel, unter anderem auf Englisch, laufen auf kleinen Bildschirmen.
Zeitbedarf: ein Abend, oder etwa eine Stunde für eine Führung durchs Haus. Kosten: Stehplätze sind sehr günstig, Sitzplätze variieren stark. Tipp: Stehplatzkarten gibt es erst am Tag der Vorstellung ab 10:00 Uhr, online oder an der Kasse.
8. Sich über den Naschmarkt schlemmen
Wiens bekanntester Markt zieht sich über zwei Standreihen: Gewürze, Oliven, Käse, österreichischer Wein, Falafel und Restaurants, die sich abends füllen.
Zeitbedarf: 1 bis 2 Stunden. Kosten: Bummeln ist gratis. Tipp: Komm am Samstagvormittag, wenn neben den Essensständen der Flohmarkt aufgebaut wird, und meide den Sonntag, dann ist der Markt geschlossen. Viele Händler sehen Bargeld lieber.
9. Im klassischen Kaffeehaus sitzen
Die Wiener Kaffeehauskultur steht nicht ohne Grund auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes: Es geht nicht um den Kaffee, sondern um die Erlaubnis, zwei Stunden bei einer Melange, einer Zeitung und einem Stück Kuchen zu sitzen. Café Central und Café Sacher sind die berühmten (mit entsprechender Schlange), Café Sperl, Café Prückel und Café Hawelka wirken gelebter.
Zeitbedarf: so lange du magst. Kosten: der Preis für Kaffee und Kuchen. Tipp: Der Ober bringt dir ein Glas Wasser zum Kaffee und drängt dich nicht. Winke nicht nach der Rechnung, sondern frag danach, wenn du so weit bist.
10. Mit dem Riesenrad im Prater fahren
Das Wiener Riesenrad dreht sich seit 1897 und ist rund 65 Meter hoch. Es ist langsam und altmodisch, und genau das macht den Reiz aus. Rundherum liegen der Wurstelprater mit seinen Fahrgeschäften und der grüne Prater.
Zeitbedarf: etwa 1 Stunde, mit Kindern länger. Kosten: Der Park ist frei zugänglich, Riesenrad und Fahrgeschäfte kosten. Tipp: Fahr rund um den Sonnenuntergang für das schönste Licht über der Stadt und leih dir danach ein Rad für die Hauptallee.
11. Das MuseumsQuartier entdecken
Die ehemaligen kaiserlichen Hofstallungen sind heute eines der größten Kulturareale Europas. Das Leopold Museum besitzt die weltweit größte Schiele-Sammlung, das mumok zeigt moderne und zeitgenössische Kunst, und im Innenhof mit den bunten Sitzmöbeln treffen sich an Sommerabenden die jungen Wiener.
Zeitbedarf: 1 Stunde für Innenhof und einen Drink, 2 bis 3 Stunden mit einem Museum. Kosten: Innenhof kostenlos, Museen kostenpflichtig. Tipp: Das Kunsthistorische Museum liegt direkt gegenüber auf der anderen Seite der Ringstraße. Kombiniere beide nur, wenn du wirklich Museumsausdauer hast.
12. Jungen Wein beim Heurigen trinken
Wien ist eine der ganz wenigen Hauptstädte mit ernstzunehmenden Weinbergen innerhalb der Stadtgrenzen. Beim Heurigen schenken Winzer ihren eigenen Wein aus, dazu gibt es ein einfaches kaltes Buffet. Die klassischen Gegenden sind Grinzing, Nussdorf und Stammersdorf, und der Spaziergang durch die Weinberge Richtung Kahlenberg belohnt dich mit einem weiten Blick über die Donau und die Stadt.
Zeitbedarf: ein Nachmittag oder Abend. Kosten: du zahlst, was du isst und trinkst. Tipp: Die Hauptstraße in Grinzing ist am touristischsten. Geh ein paar Straßen weiter oder such dir einen Familienbetrieb in Nussdorf oder Stammersdorf, und prüf vorher die Öffnungstage, denn viele haben nur einen Teil des Monats geöffnet („ausg’steckt“).
13. Das Hundertwasserhaus ansehen
Friedensreich Hundertwassers Gemeindebau mit welligen Böden, unregelmäßigen Fenstern und Bäumen, die aus dem Gebäude wachsen, gehört zu den meistfotografierten Motiven Wiens. Es ist ein Wohnhaus, du kannst es also nur von außen betrachten, aber das nahe Kunst Haus Wien zeigt sein Werk ausführlich.
Zeitbedarf: 20 Minuten, oder 1,5 Stunden mit dem Museum. Kosten: Anschauen von außen ist gratis. Tipp: Verbinde es lieber mit einem Spaziergang am Donaukanal mit seiner Street Art und den Sommerbars, statt extra hinzufahren.
14. Einen Tagesausflug nach Hallstatt machen
Das Dorf am See im Salzkammergut ist eines der berühmtesten Motive Österreichs. Von Wien aus wird es allerdings ein langer Tag: Die Bahnfahrt erfordert einen Umstieg und eine Fähre, und ab dem späten Vormittag füllt sich der Ort mit Busgruppen. Unser Fazit, inklusive der besseren Route ab Salzburg, liest du in Lohnt sich Hallstatt?
Zeitbedarf: ein ganzer Tag. Kosten: Das Dorf selbst kostet keinen Eintritt; Anreise und Extras wie das Salzbergwerk kosten. Tipp: Wenn Wien deine einzige Basis ist, erspart dir eine ganztägige Tour nach Hallstatt und ins Salzkammergut ab Wien die Umstiege. Achte darauf, wie lange die Tour tatsächlich in Hallstatt bleibt.
- Stundengenauer Reiseplan für 3 Tage
- Google-Maps-Liste mit allen Stopps
- Was du vorab buchen solltest (und wann)
- Funktioniert offline auf dem Handy
Praktische Tipps für Wien

Beste Reisezeit
Ende April bis Juni sowie September und Oktober sind ideal: mildes Wetter, geöffnete Schanigärten und volle Heurige. Juli und August können heiß sein, und viele Wiener sind dann selbst verreist. Ab Ende November ziehen die Weihnachtsmärkte am Rathausplatz, am Spittelberg und in Schönbrunn große Menschenmengen an. Januar und Februar sind die ruhigsten (und kältesten) Monate, dafür aber Ballsaison.
Wie viele Tage brauchst du?
Drei Tage sind für den ersten Besuch genau richtig: ein Tag für die Innere Stadt (Stephansdom, Hofburg, Spanische Hofreitschule, Kaffeehaus), einer für Schönbrunn und den Naschmarkt und einer für das Belvedere oder ein Museum plus Prater oder Heurigen. Häng einen vierten oder fünften Tag an, wenn du ohne Hetze einen Tagesausflug nach Hallstatt oder in die Wachau machen willst.
Unterwegs in Wien
Das historische Zentrum erkundest du zu Fuß, alles andere erreichst du mit U-Bahn, Straßenbahn und Bussen der Wiener Linien. Es gibt Einzelfahrscheine sowie 24-Stunden-, 7-Tage- und längere Tickets. Die Kernzone Wien umfasst die Fahrt zum oder vom Flughafen nicht, dafür brauchst du eine Anschlusskarte oder ein separates Ticket. Die offizielle Vienna City Card kombiniert unbegrenzte Öffi-Fahrten mit Ermäßigungen bei mehr als 200 Museen, Sehenswürdigkeiten und Restaurants. Derzeit kostet sie 19 € für 24 Stunden, 31 € für 48 Stunden, 37 € für 72 Stunden und 39 € für 7 Tage. Sie lohnt sich, wenn du ohnehin ein Öffi-Ticket kaufen würdest, gibt aber nur Rabatte, keinen freien Eintritt.
Wo übernachten?
- Innere Stadt (1. Bezirk): fast alles zu Fuß erreichbar, aber am teuersten und abends ruhig.
- Leopoldstadt (2.): auf der anderen Seite des Donaukanals, nah am Prater und am Zentrum, mit mehr lokalem Flair.
- Wieden und Mariahilf (4. und 6.): nahe Naschmarkt und Karlsplatz, gute Restaurants und U-Bahn-Anbindung.
- Neubau (7.): unabhängige Läden, Cafés und das MuseumsQuartier vor der Haustür.
- Rund um Hauptbahnhof oder Westbahnhof: praktisch für Bahnreisende und Tagesausflüge, aber weniger stimmungsvoll.
Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage brauche ich für die Wien Sehenswürdigkeiten?
Mit drei vollen Tagen siehst du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten (Stephansdom, Hofburg, Schönbrunn, Belvedere und ein Museum) ohne Hetze und hast noch Zeit für Kaffeehäuser und einen Abend in der Stadt.
Lohnt sich die Vienna City Card?
Meistens ja, wenn du jeden Tag öffentliche Verkehrsmittel nutzt. Sie umfasst unbegrenzte Fahrten in der Stadt plus Ermäßigungen bei Partnern wie Sehenswürdigkeiten und Restaurants. Freien Eintritt in Museen gibt sie nicht, erwarte also keine großen Ersparnisse allein bei den Tickets.
Was kann man in Wien kostenlos machen?
Eine ganze Menge: über die Ringstraße spazieren, den hinteren Teil des Stephansdoms betreten, die Gärten von Schönbrunn und Belvedere erkunden, über den Naschmarkt bummeln, im Innenhof des MuseumsQuartiers abhängen, das Hundertwasserhaus von außen ansehen und durch den Prater laufen. Besucher unter 19 Jahren haben in mehreren Bundesmuseen freien Eintritt, darunter das Kunsthistorische Museum und das Belvedere.
Ist Hallstatt ein guter Tagesausflug von Wien aus?
Nur wenn du Zeit übrig hast. Die Anreise ist in jede Richtung lang, sodass du mehr Zeit im Zug verbringst als im Ort. Von Salzburg aus ist es deutlich einfacher. Wenn Wien deine einzige Basis ist, ist eine organisierte Tagestour die stressfreieste Variante.
Titelbild: Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
