Venedig ist eine Stadt aus rund 120 Inseln ohne Autos, in der der Bus ein Boot ist und der schnellste Weg oft der, auf dem du dich verläufst. Die meisten Besucher sehen nur die Strecke zwischen Rialtobrücke und Markusplatz – und das mitten am Tag, wenn es dort am vollsten ist. Die schönsten Venedig Sehenswürdigkeiten erlebst du anders: Bleib eine Nacht, steh früh auf und schlendere nach Cannaregio oder Castello, dann entdeckst du eine ganz andere Stadt.
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Unsere ehrlichen Bewertungen der Sehenswürdigkeiten
Venedig ist teuer, und nicht jedes berühmte Erlebnis ist seinen Preis wert. Unsere ehrlichen Bewertungen zeigen dir, wo dein Geld gut angelegt ist und wo nicht.
Die 13 besten Sehenswürdigkeiten in Venedig

Von den großen Venedig Sehenswürdigkeiten am Markusplatz über ruhige Viertel bis zu den Inseln in der Lagune: Für diese Dinge würden wir uns Zeit nehmen. Zu jedem Punkt erfährst du, wie lange er ungefähr dauert und ob er etwas kostet.
1. Der Markusdom
Auf das Innere kann dich nichts vorbereiten: Kuppeln und Wände sind mit mehr als 8.000 Quadratmetern goldener Mosaike bedeckt, die im Halbdunkel leuchten. Die Basilika vereint byzantinische, romanische und gotische Stilelemente und war die Privatkapelle der Dogen, bevor sie zur Kathedrale wurde.
Zeitbedarf: 30 Minuten für die Basilika, 1,5 Stunden mit den Extras. Kostenpflichtig: Zum Zeitpunkt der Erstellung nennt die offizielle Ticketstelle 10 € für die Basilika und 30 € für das Komplettticket mit der Pala d’Oro, dem Museum und der Terrasse Loggia dei Cavalli; Kinder unter 11 Jahren sind frei. Tipp: Die Terrasse mit den Bronzepferden und dem Blick über den Platz ist das lohnendste Extra. Sonntagvormittags bis 14:00 Uhr sind für Besucher nur Museum und Loggia geöffnet. Du kannst auch Tickets und Führungen für den Markusdom vergleichen.
2. Der Dogenpalast
Fast tausend Jahre lang wurde die Republik Venedig aus diesem rosa-weißen gotischen Palast regiert. Der Rundgang führt dich durch vergoldete Ratssäle, darunter der riesige Saal des Großen Rates mit Tintorettos gewaltigem Paradies, und dann über die Seufzerbrücke in die alten Gefängnisse.
Zeitbedarf: 2 bis 3 Stunden. Kostenpflichtig: Ein Ticket nur für den Palast gibt es nicht; das Ticket für die Museen am Markusplatz gilt auch für das Museo Correr. Tipp: Die Seufzerbrücke liegt auf dem normalen Rundgang, du brauchst also keine spezielle Tour, um sie zu überqueren. Unsere Bewertung Lohnt sich der Dogenpalast? erklärt, wie du den günstigeren Vorverkaufspreis bekommst, oder du schaust dir Tickets und Touren „Geheime Wege“ für den Dogenpalast an.
3. Eine Gondelfahrt
Ja, es ist ein Klischee, und ja, es ist teuer. Aber lautlos durch einen schmalen Seitenkanal zu gleiten, während der Gondoliere an den Ecken seine Rufe ausstößt, zeigt dir ein Venedig, das du vom Gehweg aus nicht siehst. Die offiziellen Tarife gelten pro Gondel und nicht pro Person, es lohnt sich also viel mehr, wenn du sie dir mit ein paar Leuten teilst.
Zeitbedarf: etwa 30 Minuten. Kostenpflichtig: Abends sind die Preise höher. Tipp: Such dir eine Gondelstation abseits des Markusplatzes und bitte darum, durch die kleinen Kanäle statt über den Canal Grande zu fahren. Lies Lohnt sich eine Gondelfahrt?, bevor du das Geld hinblätterst, oder buch eine geteilte oder private Gondelfahrt mit vorab vereinbartem Preis. Für einen zweiminütigen Vorgeschmack setzen die Traghetto-Gondeln an einigen Stellen für ein paar Euro über den Canal Grande über.
4. Der Canal Grande mit dem Vaporetto
Die Hauptstraße Venedigs siehst du am besten vom Wasser aus. Die Vaporetto-Linie 1 hält an fast jeder Anlegestelle entlang des gesamten Canal Grande und fährt an Hunderten von Palästen, der Rialtobrücke und der Kirche Santa Maria della Salute vorbei. Es ist die günstigste Sightseeing-Bootsfahrt der Stadt.
Zeitbedarf: etwa 45 Minuten von Ende zu Ende. Kostenpflichtig: ein normales ACTV-Nahverkehrsticket. Tipp: Versuch, einen der Außenplätze vorne oder hinten im Boot zu ergattern, und fahr die Strecke einmal bei Tageslicht und einmal nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Paläste von innen beleuchtet sind.
5. Die Rialtobrücke und der Rialtomarkt
Die steinerne Rialtobrücke war jahrhundertelang die einzige Möglichkeit, den Canal Grande zu Fuß zu überqueren, und der Markt daneben ist fast ebenso lange Venedigs Lebensmittelmarkt. Frühmorgens ist der Fischmarkt voller Meeresfrüchte aus der Lagune und Einheimischer, die fürs Mittagessen einkaufen.
Zeitbedarf: 1 Stunde. Kostenlos. Tipp: Komm vor 9:00 Uhr, dann hast du Markt und Brücke ohne Gedränge. Für das klassische Foto der Brücke stellst du dich an die Riva del Vin oder die Riva del Ferro.
6. Der Markusturm
Der Glockenturm am Markusplatz ist eigentlich eine Kopie aus dem 20. Jahrhundert: Das Original stürzte 1902 ein und wurde originalgetreu wieder aufgebaut. Ein Aufzug bringt dich nach oben, wo du über die Dächer, die Kuppeln des Markusdoms und die Lagune blickst.
Zeitbedarf: 30 bis 45 Minuten inklusive Anstehen. Kostenpflichtig (der offizielle Preis für Einzelbuchungen liegt zum Zeitpunkt der Erstellung bei 15 €). Tipp: Wenn die Glocken läuten, während du oben bist, wird es sehr laut. Geh früh oder kurz vor Sonnenuntergang.
7. San Giorgio Maggiore
Die weiße Palladio-Kirche auf ihrer eigenen Insel gegenüber dem Markusplatz hat zwei große Trümpfe: Gemälde von Tintoretto im Inneren und einen Glockenturm mit einem Ausblick, der wohl sogar besser ist als vom Markusturm, weil der Markusplatz mit im Bild ist.
Zeitbedarf: 1 bis 1,5 Stunden inklusive Bootsfahrt. Kirche kostenlos, Glockenturm kostenpflichtig. Tipp: Nimm das Vaporetto eine Station ab San Zaccaria. Die Schlange am Aufzug ist meist viel kürzer als am Markusturm.

8. Gallerie dell’Accademia
Die beste Sammlung venezianischer Malerei überhaupt, von Giovanni Bellini über Tizian und Tintoretto bis zu Veronese, dessen riesiges Gastmahl im Hause des Levi eine ganze Wand füllt. Überfüllt ist es hier selten, was die Galerie zu einer willkommenen Zuflucht vor dem Trubel rund um San Marco macht.
Zeitbedarf: 1,5 bis 2 Stunden. Kostenpflichtig. Tipp: Von der hölzernen Accademia-Brücke direkt vor der Tür hast du einen der schönsten Blicke den Canal Grande hinunter bis zur Salute-Kirche.
9. Die Peggy Guggenheim Collection
Peggy Guggenheims unvollendeter Palazzo am Canal Grande beherbergt ihre private Sammlung von Kunst des 20. Jahrhunderts: Picasso, Kandinsky, Magritte, Dalí, Pollock und mehr. Der Skulpturengarten und die Terrasse am Kanal bleiben genauso im Gedächtnis wie die Kunst.
Zeitbedarf: 1,5 Stunden. Kostenpflichtig. Tipp: Kombiniere sie mit der Accademia, die fünf Gehminuten entfernt liegt, und lass den Tag mit einem Spaziergang an der Uferpromenade Zattere bei Sonnenuntergang ausklingen.
10. Scuola Grande di San Rocco
Tintoretto verbrachte mehr als zwanzig Jahre damit, Wände und Decken dieses Bruderschaftsgebäudes mit über 60 Gemälden zu gestalten. Es ist eines der großen künstlerischen Ensembles Italiens, und die meisten Venedig-Besucher haben noch nie davon gehört.
Zeitbedarf: 1 Stunde. Kostenpflichtig. Tipp: Nimm dir im oberen Saal einen der Handspiegel, dann kannst du die Deckengemälde betrachten, ohne dir den Nacken zu verrenken.
11. Murano und Burano
Murano ist die Insel der Glasmacher, mit Öfen, an denen du einem Glasbläser bei der Arbeit zusehen kannst. Weiter draußen in der Lagune liegt Burano, die Fischerinsel mit ihren bunt gestrichenen Häusern und einer langen Tradition der Spitzenklöppelei. Beide eignen sich gut für einen halb- oder ganztägigen Ausflug aus dem Zentrum.
Zeitbedarf: ein halber bis ganzer Tag. Die Anreise kostet (Vaporetto oder Tour), das Herumlaufen ist kostenlos. Tipp: Mit dem öffentlichen Vaporetto kannst du noch einen Halt im ruhigen Torcello mit seinen uralten Mosaiken in der Kathedrale einlegen. Wenn du dich nicht um die Bootsverbindungen kümmern willst, schau dir Bootstouren nach Murano und Burano an.
12. Cannaregio und das jüdische Ghetto
In Cannaregio leben die meisten der verbliebenen Venezianer. Hier findest du lange Spazierwege an den Kanälen und deutlich weniger Reisegruppen. Im Herzen des Viertels liegt das Ghetto, 1516 gegründet und Ursprung des Wortes „Ghetto“ selbst. Es gibt dort bis heute Synagogen, ein jüdisches Museum und koschere Bäckereien.
Zeitbedarf: 2 Stunden. Herumschlendern ist kostenlos; Museum und Synagogenbesuche kosten Eintritt. Tipp: Abends füllen sich die Fondamenta della Misericordia und die Fondamenta degli Ormesini mit Einheimischen, die am Wasser etwas trinken.
13. Eine Cicchetti-Tour durch die Bàcari
Cicchetti sind Venedigs Antwort auf Tapas: kleine Häppchen wie cremiger Stockfisch auf Brot, Sarde in saor (marinierte Sardinen) oder Fleischbällchen, die du im Stehen in traditionellen Weinbars, den Bàcari, isst – dazu ein kleines Glas Wein (eine „ombra“) oder ein Spritz.
Zeitbedarf: ein Abend. Du zahlst nach und nach, meist günstiger als ein Abendessen im Restaurant. Tipp: Die Gassen rund um den Rialtomarkt und die Kanäle von Cannaregio sind die besten Gegenden. Geh früh am Abend los, bevor die besten Cicchetti weg sind.
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Praktische Tipps für Venedig

Beste Reisezeit
April bis Juni sowie September und Oktober bringen angenehmes Wetter, aber auch viele Besucher, vor allem an Wochenenden. Juli und August sind heiß, schwül und voll. Von November bis Februar ist es ruhig und stimmungsvoll, manchmal neblig, und gelegentliches Hochwasser (acqua alta) kann tief gelegene Bereiche wie den Markusplatz überfluten. Der Karneval im Februar ist spektakulär, aber sehr voll und teuer.
Eintrittsgebühr: Venedig hat an ausgewählten Spitzentagen eine Zugangsgebühr für Tagesbesucher eingeführt; Übernachtungsgäste sind davon befreit. Tage, Uhrzeiten und Tarife ändern sich von Jahr zu Jahr, also prüf vor deiner Reise die offizielle Website der Stadt Venedig zur Zugangsgebühr (cda.ve.it).
Wie viele Tage brauchst du?
Zwei volle Tage sind ein gutes Minimum: einer für Markusplatz, Markusdom und Dogenpalast, einer für Accademia, Dorsoduro und Cannaregio. Nimm einen dritten Tag für Murano, Burano und Torcello dazu. Bleib wenn möglich mindestens eine Nacht. Am schönsten ist Venedig frühmorgens und abends, wenn die Tagesausflügler weg sind.
Unterwegs in Venedig
Du bist hauptsächlich zu Fuß unterwegs, und die Schilder „Per Rialto“ und „Per S. Marco“ an den Hausecken helfen, wenn deine Karten-App durcheinanderkommt. Die Vaporetti (Wasserbusse) von ACTV fahren über den Canal Grande, entlang der Außenränder der Stadt und zu den Inseln. Einzeltickets sind teuer. Wenn du die Boote mehr als ein paarmal am Tag nutzt, ist ein mehrtägiges ACTV-Ticket meist günstiger. Wassertaxis sind schnell, aber sehr teuer.
Wo übernachten?
- San Marco: zentral für die Hauptsehenswürdigkeiten, aber die vollste und teuerste Gegend.
- Dorsoduro: nahe der Accademia und der Guggenheim-Sammlung, mit entspannterem, studentischem Flair.
- Cannaregio: authentisch und preiswert, nah am Bahnhof und an der Rialtobrücke.
- Castello: ruhig und bewohnt, vor allem Richtung Arsenale und Giardini.
- Mestre (auf dem Festland): viel günstiger und nur eine kurze Zug- oder Busfahrt entfernt, aber du verpasst Venedig am Abend.
Häufig gestellte Fragen
Ist eine Gondelfahrt in Venedig das Geld wert?
Für viele ja – einmal. Der Preis gilt pro Gondel, Teilen macht also einen großen Unterschied. Bitte um eine Route durch ruhige Seitenkanäle und vereinbare die Dauer, bevor es losgeht. Wenn dir der Preis zu hoch ist, bekommst du mit einer Traghetto-Überfahrt oder einer Fahrt mit der Vaporetto-Linie 1 für viel weniger Geld einen Eindruck von Venedig vom Wasser aus.
Muss ich Eintritt zahlen, um nach Venedig zu kommen?
Nur an bestimmten Tagen und nur als Tagesbesucher. Übernachtungsgäste sind befreit. Den Kalender der Zugangsgebühr legt die Stadt fest und veröffentlicht ihn auf ihrer offiziellen Website, also schau vor deiner Reise nach.
Welche Venedig Sehenswürdigkeiten sind kostenlos?
Ein Bummel durch die Nebengassen von Cannaregio und Castello, der Rialtomarkt, die Kirche San Giorgio Maggiore, der Blick von der Accademia-Brücke und der Sonnenuntergang an den Zattere kosten alle nichts. Viele Kirchen beherbergen außerdem Gemälde von Tizian, Tintoretto oder Bellini, einige verlangen allerdings einen kleinen Eintritt.
Kann man Venedig an einem Tag sehen?
Du kannst Markusplatz, Markusdom und Rialtobrücke sehen und über den Canal Grande fahren, aber es wird hektisch und du bist zur vollsten Tageszeit unterwegs. Fang so früh wie möglich an, buch den Markusdom oder den Dogenpalast vorab und flüchte dich am Nachmittag nach Cannaregio, weg vom Gedränge.
Wie kommt man vom Flughafen oder Bahnhof nach Venedig?
Am Bahnhof Santa Lucia bist du schon mitten in der Stadt, die Vaporetto-Haltestellen liegen direkt vor der Tür. Vom Flughafen Marco Polo nimmst du den Bus zur Piazzale Roma, den Alilaguna-Wasserbus oder ein teures privates Wassertaxi.
Titelbild: Foto: kallerna, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
