Prag packt tausend Jahre Könige, Kaiser und Bierbrauer in eine Altstadt, die du in weniger als einer Stunde zu Fuß durchquerst. Das Problem sind nicht fehlende Prag Sehenswürdigkeiten, sondern die Auswahl: Die berühmten Orte liegen nur ein paar Minuten auseinander, und zwischen spätem Vormittag und spätem Nachmittag sind sie alle voll. In diesem Guide erfährst du, was deine Zeit wirklich wert ist, wie lange du für jeden Stopp brauchst und wann sich ein Ticket oder eine Tour tatsächlich lohnt.
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Unsere ehrlichen Bewertungen der Sehenswürdigkeiten
Bevor du Geld für ein Ticket ausgibst, lies unsere klaren Urteile zu Prags großen Sehenswürdigkeiten und Tagesausflügen.
Die 13 besten Sehenswürdigkeiten in Prag

1. Prager Burg
Keine einzelne Burg, sondern ein ummauerter Komplex auf dem Hügel mit Palästen, Kirchen, Höfen und Gärten, seit über tausend Jahren Sitz der tschechischen Herrscher. Die Höfe, die Aussicht und der vordere Teil des Veitsdoms sind kostenlos; der kostenpflichtige Hauptrundgang umfasst zusätzlich den ganzen Dom, den Alten Königspalast mit dem Wladislawsaal, die Georgsbasilika und das Goldene Gässchen (laut offizieller Preisliste derzeit 450 CZK, ca. 19 €, für Erwachsene). Wenn du hineingehst, plane drei bis vier Stunden ein. Tipp: Sei vor 9:00 Uhr da, denn ab dem späten Vormittag füllen sich die Höfe mit Reisegruppen. In Lohnt sich die Prager Burg? liest du, welche Teile du auslassen kannst, oder du erfährst die Geschichten hinter den Gebäuden bei einer Führung durch die Prager Burg in kleiner Gruppe.
2. Karlsbrücke
Die steinerne Brücke aus dem 14. Jahrhundert verbindet die Altstadt mit der Kleinseite, ist mit 30 barocken Statuen gesäumt und hat an beiden Enden Türme. Sie ist kostenlos und immer zugänglich – mittags schiebst du dich allerdings langsam an Porträtmalern und Souvenirständen vorbei. Bei Sonnenaufgang gehört sie zu den schönsten Orten Mitteleuropas. Zum Überqueren brauchst du 20 Minuten, mit Fotostopps länger. Tipp: Geh vor 8:00 Uhr hin oder spät am Abend, wenn hinter dir die beleuchtete Burg liegt.
3. Altstädter Ring
Prags Hauptplatz ist umgeben von pastellfarbenen Barockhäusern, den zwei schwarzen Türmen der Teynkirche und dem Jan-Hus-Denkmal in der Mitte. Der Rundgang ist kostenlos und dauert so lange, wie du willst. Die Restaurants mit Terrasse zum Platz lassen sich die Aussicht bezahlen, also iss lieber ein paar Straßen weiter. Tipp: Am schönsten ist der Platz früh am Morgen oder zur blauen Stunde nach Sonnenuntergang, wenn die Teyntürme angestrahlt werden.
4. Astronomische Uhr und Altstädter Rathausturm
Die mittelalterliche Astronomische Uhr am Altstädter Rathaus zeigt noch immer den Stand von Sonne und Mond, und tagsüber erscheinen jede Stunde die zwölf Apostel in ihren kleinen Fenstern. Das Schauspiel ist kostenlos, aber kurz (unter einer Minute), und viele finden es nach dem Warten in der Menge enttäuschend. Das Bessere wartet drinnen: Der Rundgang durch das Altstädter Rathaus führt auch auf den Turm mit 360-Grad-Blick über die Dächer. Der offizielle Eintritt kostet 350 CZK (ca. 14 €) für Erwachsene, und Prague City Tourism gewährt in der ersten Stunde nach Öffnung 50 % Rabatt. Plane eine Stunde ein. Tipp: Laut Prague City Tourism ist sie selbst der einzige offizielle Verkäufer, über die eigenen Ticketschalter und das ColosseumTicket-Netz – oder du buchst ein Ticket für den Altstädter Rathausturm, wenn du das vorab erledigen willst.

5. Das Jüdische Viertel (Josefov)
Josefov gehört zu den bewegendsten Orten der Stadt. Das Jüdische Museum in Prag ist kein einzelnes Gebäude, sondern eine Gruppe von Synagogen samt dem Alten Jüdischen Friedhof mit seinen übereinanderliegenden, schiefen Grabsteinen. Ein Ticket gilt für alle geöffneten Standorte des Museums (laut Museum 600 CZK, ca. 25 €, für Erwachsene), ist drei Öffnungstage gültig, und ein vollständiger Besuch dauert zwei bis drei Stunden. Die Pinkas-Synagoge, deren Wände mit den handgeschriebenen Namen tschechischer Holocaust-Opfer bedeckt sind, lässt die meisten Besucher lange nicht los. Tipp: Das Museum ist samstags und an jüdischen Feiertagen geschlossen, plane also entsprechend. Die Altneusynagoge wird von der jüdischen Gemeinde betrieben und nicht vom Museum – prüf also, welches Ticket du dafür brauchst.
6. Kleinseite (Malá Strana) und Nikolauskirche
Das Viertel unterhalb der Burg ist Prags hübschestes: Barockpaläste, steile Kopfsteinpflastergassen und ruhige ummauerte Gärten. Sein Mittelpunkt ist die Nikolauskirche mit der grünen Kuppel, einer der prächtigsten Barock-Innenräume Mitteleuropas (Eintritt kostenpflichtig). Gönn dem Viertel einen halben Tag und kombiniere es mit der Burg. Tipp: Geh über die Nerudagasse zur Burg hinauf und über die Alte Schlossstiege wieder hinunter – nicht umgekehrt.
7. Laurenziberg (Petřín)
Ein bewaldeter Hügel mit Obstgärten, Rosengärten und einem Aussichtsturm, der wie ein kleiner Eiffelturm aussieht. Der beste Ort für ein Picknick mit Blick auf Burg und Altstadt. Der Aufstieg zu Fuß dauert 30 bis 45 Minuten. Tipp: Die Standseilbahn ab Újezd war wegen einer zweijährigen Sanierung geschlossen; laut Verkehrsbetrieb DPP fährt sie ab dem 22. September 2026 wieder. Sie ist in den 24- und 72-Stunden-Tickets des Nahverkehrs enthalten, nicht aber in den 30- oder 90-Minuten-Tickets.
8. Vyšehrad
Prags „andere Burg“ thront südlich des Zentrums auf einem Felsen über dem Fluss. Eher ein befestigter Park als eine Burg: mit Wällen, auf denen du kostenlos spazieren kannst, der neugotischen Basilika St. Peter und Paul und dem Vyšehrader Friedhof, auf dem Dvořák und Mucha begraben liegen. Plane zwei Stunden ein. Hierhin gehen die Prager am Sonntag, und du triffst nur einen Bruchteil der Menschenmassen der Prager Burg. Tipp: Lauf am späten Nachmittag über die Wälle, dann hast du den Blick flussabwärts Richtung Burg.
9. Eine Bootsfahrt auf der Moldau
Karlsbrücke, Burg und die Fassaden am Ufer vom Wasser aus zu sehen, ist eine entspannte Pause zwischen den Fußwegen – vor allem für müde Beine oder mit Kindern. Normale Rundfahrten dauern etwa eine Stunde; es gibt auch längere Fahrten mit Mittag- oder Abendessen. Ein Muss ist es nicht, aber eine angenehme Stunde am Ende eines langen Tages. Tipp: Bei einer Abendfahrt siehst du die beleuchtete Burg; vergleiche Angebote wie diese Panorama-Bootsfahrt auf der Moldau. Tretboote von den Inseln beim Nationaltheater sind im Sommer die günstigere Alternative auf eigene Faust.

10. Bibliothek des Klosters Strahov
Direkt oberhalb der Burg beherbergt das Kloster Strahov zwei der schönsten historischen Bibliothekssäle Europas: den barocken Theologischen Saal und den hohen Philosophischen Saal mit seinem Deckengemälde. Besucher schauen von der Tür aus hinein und gehen nicht durch die Säle, deshalb ist der Besuch kurz (30 bis 45 Minuten inklusive Kuriositätenkabinett). Eintritt kostenpflichtig. Tipp: Kombiniere es mit der Prager Burg, indem du in Strahov startest und bergab gehst – und kehr danach in der Klosterbrauerei ein.
11. Letná-Park und sein Biergarten
Letná ist eine Anhöhe am Nordufer mit dem berühmtesten Blick auf Prags hintereinander gestaffelte Brücken, dazu ein großer, unkomplizierter Biergarten unter Kastanienbäumen. Der Eintritt ist frei, und das Bier kostet hier Einheimischen-Preise. Plane an einem warmen Abend ein, zwei Stunden ein. Tipp: Beim riesigen Metronom ist der Aussichtspunkt, an dem sich die Fotografen zum Sonnenuntergang treffen.
12. Tschechisches Bier und Essen in einer traditionellen Kneipe
Die tschechische Bierkultur ist eine Sehenswürdigkeit für sich: unpasteurisiertes Tankbier, Kellner, die so lange ein frisches Glas bringen, bis du einen Bierdeckel darauflegst, und deftige Gerichte wie Svíčková (Rinderbraten in Sahnesauce mit Knödeln) oder Schweinebraten. Nimm dir einen Abend Zeit. Tipp: Die Kneipen an und um die großen Touristenrouten sind am teuersten und am wenigsten authentisch; lauf zehn Minuten nach Vinohrady, Žižkov oder Karlín, dort findest du das Original.
13. Tagesausflug nach Kuttenberg (Kutná Hora)
Etwa eine Stunde mit dem Zug von Prag entfernt liegt die ehemalige Silberbergbaustadt mit dem berühmten Beinhaus von Sedletz, geschmückt mit den Knochen Zehntausender Menschen, dazu zwei UNESCO-gelistete Kathedralen und ein ruhiges mittelalterliches Zentrum. Der Besuch im Beinhaus ist kurz und braucht ein festes Zeitfenster – erst die Stadt macht daraus einen ganzen Tag. Fahr auf eigene Faust mit dem Zug oder schließ dich einer Tour an, dann musst du dich nicht um Tickets und Transfer kümmern. Tipp: Buch das Zeitfenster fürs Beinhaus, bevor du losfährst. Unser Urteil: Lohnt sich Kuttenberg? – oder vergleiche eine Halbtagestour von Prag nach Kuttenberg.
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Praktische Tipps für Prag
Beste Reisezeit
April bis Anfang Juni sowie September und Oktober sind ideal: angenehmes Wetter zum Laufen und weniger Menschen als im Juli und August, wenn die Altstadt am vollsten ist. Der Dezember ist wegen der Weihnachtsmärkte auf dem Altstädter Ring beliebt, rechne aber mit Gedränge und kurzen, kalten Tagen. Januar bis März ist die ruhigste und günstigste Zeit, und die Stadt sieht bei Raureif wunderschön aus – Gärten wie die der Prager Burg sind allerdings meist nur in den wärmeren Monaten geöffnet.
Wie viele Tage brauchst du?
Drei volle Tage sind ideal. Tag eins für Burg, Strahov und Kleinseite; Tag zwei für Karlsbrücke, Altstadt und Jüdisches Viertel; Tag drei für Vyšehrad, Laurenziberg oder Letná und eine Bootsfahrt. Hängst du einen vierten Tag an, passt Kuttenberg dazu. Hast du nur zwei Tage, lass die kostenpflichtigen Innenräume weg und konzentrier dich darauf, das historische Zentrum früh und spät zu Fuß zu erkunden.
Unterwegs in Prag
Das historische Zentrum ist gut zu Fuß machbar, aber Hügel und Kopfsteinpflaster summieren sich; mit der Straßenbahn schonst du deine Beine am besten. Laut offizieller Preisliste der DPP kostet ein 30-Minuten-Ticket 39 CZK (ca. 1,60 €), ein 90-Minuten-Ticket 50 CZK (ca. 2 €), ein 24-Stunden-Ticket 150 CZK (ca. 6 €) und ein 72-Stunden-Ticket 350 CZK (ca. 14 €) – in der App PID Lítačka etwas günstiger. Papiertickets musst du bei der ersten Fahrt entwerten, denn Kontrollen sind häufig.
Der offizielle Prague Visitor Pass kombiniert unbegrenzte Fahrten im Nahverkehr, inklusive Flughafenverbindung, mit freiem oder ermäßigtem Eintritt zu mehr als 70 Attraktionen. Es gibt ihn für 48, 72 und 120 Stunden; die offizielle Website nennt für Erwachsene 2.700 CZK (ca. 111 €), 3.300 CZK (ca. 136 €) und 3.900 CZK (ca. 160 €). Er rechnet sich nur, wenn du mehrere kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten pro Tag besuchst, etwa den Rundgang der Prager Burg, das Altstädter Rathaus und das Jüdische Museum. Wenn du vor allem spazieren und schauen willst, reicht ein Nahverkehrsticket.
Wo übernachten?
- Altstadt (Staré Město): alles direkt vor der Tür, aber nachts laut und am teuersten.
- Kleinseite (Malá Strana): romantisch und abends ruhig, nah an der Burg; hügelig und wenige günstige Unterkünfte.
- Neustadt (Nové Město): zentral und preiswert, mit vielen Straßenbahn- und Metroverbindungen.
- Vinohrady und Karlín: Wohnviertel, grün und voller guter Cafés und Restaurants, 10 bis 15 Minuten mit der Straßenbahn vom Zentrum.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die wichtigsten Prag Sehenswürdigkeiten?
Für die meisten Erstbesucher die Prager Burg, kombiniert mit einem Spaziergang über die Karlsbrücke und durch die Kleinseite. Die ganze Route kannst du kostenlos machen; für die Innenräume der Burg zu zahlen lohnt sich vor allem wegen des Veitsdoms und des Alten Königspalasts.
Reichen 2 Tage für Prag?
Zwei Tage reichen, um die Highlights von Burgviertel und Altstadt in flottem Tempo zu sehen. Tagesausflüge und die meisten Museen musst du dann weglassen – mit drei Tagen ist es entspannter.
Was kann man in Prag kostenlos machen?
Eine ganze Menge: Karlsbrücke, Altstädter Ring und das Schauspiel der Astronomischen Uhr, die Höfe der Prager Burg, die Wälle von Vyšehrad, der Letná-Park und der Aufstieg auf den Laurenziberg sind alle kostenlos.
Lohnt sich der Prague Visitor Pass?
Nur, wenn du eine sehenswürdigkeitenreiche Reise mit mehreren kostenpflichtigen Eintritten pro Tag planst. Für einen entspannten Trip mit ein, zwei kostenpflichtigen Stopps ist ein 24- oder 72-Stunden-Nahverkehrsticket plus Einzeltickets meist günstiger.
Muss ich Prager Sehenswürdigkeiten im Voraus buchen?
Für die meisten Sehenswürdigkeiten bekommst du Tickets am selben Tag, aber an der Prager Burg bilden sich ab dem späten Vormittag schnell Schlangen. Die Ausnahme ist das Beinhaus von Sedletz in Kuttenberg: Die Zeitfenster sind begrenzt, also buch es vorab.
Kann man in Prag mit Euro bezahlen?
In Tschechien zahlt man mit Kronen (CZK). Manche touristischen Betriebe nehmen Euro, aber zu einem schlechten Kurs. Karten werden fast überall akzeptiert; wenn du Bargeld abhebst, nutz einen Bankautomaten und lehne die Währungsumrechnung des Automaten ab.
Titelbild: Foto: DXR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
